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Gemauerte Garage – Materialauswahl und Verwendung

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Gemauerte Garagen sind langlebig und stabil. Egal ob die Garage nun vom Fachmann errichtet wird oder ob Sie selbst Hand anlegen, Sie müssen auf einiges achten.

Das Material

Sie können für die Garage verschiedene Baustoffe aussuchen, meist wird jedoch Kalksandstein und Porenbeton verwendet. Sehr geeignet sind auch Leicht- oder Gasbetonbausteine und für den ökologischen Garagenbau sind Lehmsteine die erste Wahl. Doch nicht nur die Materialien sind für die gemauerte Garage ausschlaggebend, Sie können nämlich Ihre persönlichen Wünsche verwirklichen und Individualität ausdrücken. Ob Sie Ihre Garage selbst herstellen oder einen Fachmann beauftragen ist eigentlich egal, es macht sich nur im Preis bemerkbar. Hier erfahren Sie, was beim Garagenbau zu beachten ist.

Das Mauern einer Garage

Wenn Sie die Garage selbst erstellen wollen, erfordert das natürlich viel handwerkliches Geschick und sehr viel Zeit. Sie können auch einen Fachmann beauftragen, der mit diesen Arbeiten bestens vertraut ist. In beiden Fällen ist gegebenenfalls eine Bauanzeige oder eine Baugenehmigung erforderlich und die müssen Sie natürlich vor Baubeginn stellen. Hierzu müssen Sie etliche Unterlagen einreichen und die Baugenehmigung ist abzuwarten. Das kann gut einige Wochen dauern, aber dann können Sie mit dem Bau beginnen.

Stabilität und Sicherheit

Wenn Sie eine massive Garage bauen wollen, ist ein Bauplan erforderlich. Denn die Statik muss passen und ein Grundriss, sowie Ansichten von allen Seiten sollten vorhanden sein. Also müssen Sie gegebenenfalls einen Architekten beauftragen, denn als Laie können Sie keinesfalls beurteilen, ob die statischen Erfordernisse gewährleistet sind. Der Architekt muss aber nicht nur den Bauplan erstellen, er muss auch den nötigen Einbruchsschutz sicher stellen und Maßnahmen zum Schutz vor Feuchtigkeit einplanen.

Baustoff, Putz und Dach

Zunächst einmal müssen Sie natürlich die Form Ihrer Garage benennen, soll es sich um eine Einzel- oder Doppelgarage handeln. Soll die Garage auch als Hobbyraum genutzt werden? Dann muss die Garage beheizbar sein und eine entsprechende Isolierung ist anzubringen. Von außen sollte die Garage natürlich den gleichen Stil wie das Haus besitzen, es muss mit dem Wohnhaus eine Einheit bilden. Natürlich sollte auch die Garage das gleiche Dach wie das Haus haben, es eignen sich Sattel-, Pult-, Flach- und Walmdach.

Das Fundament

Eine gemauerte Garage sollte auch ein Fundament haben, es sorgt für die Stabilität. Gängig ist das Punkt- und Streifenfundament und natürlich die Bodenplatte. Auch das Fundament können Sie selbst erstellen, dafür ist aber handwerkliches Geschick erforderlich und die Verarbeitung sollte mehr als gut sein.

Beachten Sie folgende Dinge:

Die Festigkeit des Bodens prüfen, eventuell den Boden verdichten
Beton genau nach den Vorgaben des Herstellers mischen
Es lohnt sich Transportbeton anliefern zu lassen

Die Kosten

Vielleicht lassen Sie das gesamte Fundament anfertigen, es ist nur unwesentlich teurer, als es selbst zu bauen. In Eigenleistung erstellte Fundamente kosten pro qm etwa 60 Euro, der Fachmann nimmt pro qm etwa 70 Euro. Dafür hat ein Fachbetrieb aber auch eine Gewährleistungspflicht und muss die Mängelbeseitigung kostenlos durchführen.

Massive Fertiggarage – eine günstige Alternative

Günstiger in der Anschaffung sind natürlich massive Fertiggaragen. Sie sind auch nicht sehr zeitaufwendig, gemauerte Garagen stehen deutlich später. Fertiggaragen sind aus Beton und Stahl hergestellt, manche Modelle werden vom Hersteller montiert, andere wiederum sind für die Selbstmontage geeignet. Garagentore und Dachformen können Sie passend zum Haus auswählen.

Auf Wunsch werden auch Fenster und Türen integriert. Standardmodelle sind deutlich billiger, als gemauerte Garagen, inklusive Fundament und Montage zahlen Sie etwa 7.000 Euro.

Foto: Gisela Peter / pixelio.de

Die Holzgarage

holzgarageEine Holzgarage kann mit dem Hausbau geplant oder auch nachträglich auf dem Grundstück erstellt werden. Man sollte sich schon im Planungsstadium genau überlegen, wie viel Platz für die Garage vorhanden ist und welche Nutzung dafür vorgesehen ist. Einer der wichtigsten Aspekte ist natürlich die Optik. Man kann einen sterilen Beton-Klotz bauen, eine Blechgarage aufstellen oder eben eine Holzgarage.

Die Holzgarage ist beinahe in jedem Fall zu bevorzugen, denn sie strahlt eine gewisse Gemütlichkeit aus und bildet mit dem Haus, speziell einem Holz- oder Fertighaus, eine Einheit. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Holzgarage ganz individuell anfertigen zu lassen, Maßanfertigung sind hier keine Seltenheit. Eine Garage aus Holz passt sich der Umgebung an und wird allen Ansprüchen an die Sicherheit sowohl was den Einbruchschutz, als auch den Brandschutz betrifft, gerecht.

Holz ist nicht gleich Holz

Bei einer Holzgarage muss man allerdings darauf achten, dass sich nicht jedes Holz für den Bau eignet. Meist werden die Holzgaragen aus nordischer Kiefer oder Fichte hergestellt, diese Bäume wachsen sehr langsam und liefern ein äußerst widerstandsfähiges und robustes Holz. Ein sehr ebenmäßiges Bild erreichen man auch, wenn Lärche oder Douglasie (eine Tanne aus Nordamerika) eingesetzt wird. Diese Holzarten sind langlebig und trotzen jeder Witterung. Trotzdem sollte man der Holzgarage einen Schutzanstrich gönnen, denn der schützt vor Nässe, Schimmelbildung, starker UV-Strahlung und vor Holzschädlingen.

Holzgaragen brauchen alle paar Jahre einen neuen Außenanstrich mit Holz-Lasur. Diese wird dann kombiniert, mit einer Farbauffrischung und einem Witterungsschutz. Hier sind nur offenporige Farben zu verwenden, denn bei deckenden Lacken kann das Holz nicht atmen und es kommt zu Rissen und Fäulnis.

Holzgaragenmodelle

Natürlich sind auch vorgefertigte Bauteile für eine Holzgarage erhältlich, Man kann jedoch auch die Garage als DIY-Heimwerker selbst bauen. Die Einzelgarage ist für ein Fahrzeug geeignet, wobei man auch eine extra breite Einzelgarage bekommen kann. Bei der ist dann noch genügend Stauraum, für Garten- oder Sportgeräte vorhanden. Die Doppelgarage bietet allerdings Platz für zwei Autos. Auch beim Dach gibt es die freie Auswahl. Bei einem Satteldach läuft eben das Regenwasser schnell ab und das Pultdach weist die gleichen Eigenschaften auf. Ein Flachdach kann ebenfalls verwendet werden, hier ist aber auf eine entsprechende Entwässerung besonders zu achten.

Ist eine Baugenehmigung für eine Holzgarage erforderlich?

Für diese Frage gibt es keine generelle Antwort. In unserem Abschnitt Baurecht für den Anbau sind die einzelnen Vorschriften der Bundesländer aufgeführt. Es empfiehlt sich, hier einmal nachzuschlagen. Zusätzlich gibt es in einigen Bundesländern eine Garagenverordnung. Sie sieht in jedem Bundesland anders aus, die zuständige Baubehörde kann hierzu erschöpfende Auskunft geben. In dieser Verordnung ist u.a. die Breite der Zufahrt geregelt und die geforderten Brandschutzeigenschaften des Materials. Holzgaragen unterliegen hier den gleichen Bestimmungen, wie ihre gemauerten Kollegen.

Die Preise von Holzgaragen

Je nach Größe und Ausstattung sind natürlich auch die Preise für Holzgaragen unterschiedlich. Ein einfaches Modell bekommt man jedoch schon für etwa 1.800 Euro, für eine Doppelgarage werden ungefähr 3.700 Euro fällig. Es kommen allerdings gegebenenfalls noch weitere Kosten hinzu. Es ist z.B. zu prüfen, ob Fenster und Türen in die Bauteile eingefügt sind, ob Dachpappe für die Erstverkleidung des Daches enthalten ist und einiges Mehr. Natürlich kann das Dach kostenpflichtig auch noch mit Ziegeln eingedeckt werden und ein Fundament für die Garage gibt es auch nicht umsonst. Diese weiteren Kosten sollten bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.

Foto: Lisanne / pixelio.de

Alu Carport

Alu Carports haben ein attraktives Design und fügen sich harmonisch in jedes Grundstück ein, ja sie werten es sogar auf. Durch die hochwertigen Aluminiumprofile sind die Alu Carports stabil, pflegeleicht, wartungsfrei und langlebig. Ein weiterer Vorteil: lästiges Nachstreichen wie bei einem Holz Carport entfällt. In der Regel beträgt die Garantiedauer für die Aluminiumprofile 20 Jahre. Die Stahlüberdachungen und Dachkonstruktionen für einen Carport aus Aluminium sind rostfrei und können einfach mit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden. Meist handelt es sich bei einem Alu Carport um eine attraktive und zeitgemäße Konstruktion aus hochfesten, dickwandigen und korrosionsbeständigen Aluminiumprofilen.

Konstruktion des Alu Carports

Das Dach besteht aus einer leichten Alukonstruktion. Die Unterkonstruktion ist aus vollverzinktem Stahl. Wählt man die Kragarm-Variante, so sorgt ein kräftiger Stahlfuß für ausreichenden Halt. Die Position der Stützpfeiler ist meist wählbar und kann bis maximal 1.50m von der Frontposition entfernt angebracht werden. Durch dieses großen Spielraum wird das Ein- und Ausfahren erheblich erleichtert.


Stabile und tragfähige Pfosten mit Maßen von 80x64mm, sowie kräftige Dachpfosten von 50x50mm Abmessungen gewährleisten Sicherheit bei jedem Wind und Wetter.

Bei der Dacheindeckung sollte man auf mindestens 6 mm starke bruchfeste, beidseitig UV-geschütze Stegdoppelplatten von hoher Qualität Wert legen. Diese haben gegenüber herkömmlichen Stegdoppelplatten den Vorteile erhöhter Haltbarkeit, erhöhter Hagelbeständigkeit und auch nach jahrelanger Freibewitterung hoher Lichtdurchlässigkeit. Der Alu Carport muss außerdem 2 integrierte Dachrinnen mit Regenfallrohr vorweisen können. Eine Grenzbebauung ist immer möglich, da die Dachrinne nicht auf das Nachbargrundstück überhängt.

Lastenberechnung:

Die Windlast ist gemäß DIN 1055 berechnet, das Gewicht des Bedachungsmaterial liegt bei bis zu 10kg/m², was eine Schneelast bis zu 125 kg/m² zulässt.

Zusatzeinrichtungen

Auf Wunsch können problemlos Abstellräume in den Alu Carport integriert werden, z.B. als überdachte Abstellmöglichkeit für Fahrräder oder als Sichtschutz für die Mülltonnen.
Farbvielfalt – Farben für jeden Geschmack
Die Alu- und Stahlteile werden mit einer Farbe nach Wahl (nach RAL) beschichtet (Pulverbeschichtung). Auf diese Beschichtung wird meist eine Garantie von 10 Jahren gegeben. Da alle RAL Farben möglich sind, muss kein auch noch so ausgefallener Farbwunsch offen bleiben.
Abmessungen:
Alu Carports können mit einer Maximallänge von 7,5 Metern geliefert werden, sodaß damit gleich mehrere überdachte Stellplätze geschaffen werden können.

Die Standardabmessungen liegen bei einer Länge von 560 cm, einer Gesamtbreite von 310 cm bei einer Durchfahrtsbreite von 280 cm und einer Gesamthöhe von 267 cm, was eine Durchfahrtshöhe von 205 cm bedeutet. Natürlich sind im Rahmen der technischen Möglichkeiten auch andere Abmessungen möglich.
Garantiezeiten
20 Jahre Garantie auf die Aluminiumprofile.
10 Jahre Garantie auf die Stegdoppelplatten.


Unser Tipp für Sie:

Einen Carport vom Carportwerk

Sie können Ihren Carport selbst konfigurieren und sich danach ein Angebot zusenden lassen. Sollten Sie über einige handwerkliche Geschicklichkeit verfügen, so könne Sie bei Selbstmontage auch noch einen Bonus von 500 € erhalten.

Das Angebot:


Bei Bestellung erhält der Kunde 500,00 € Nachlass bei einer Selbstmontage von seinem Carport oder Terrassenüberdachung. Bei Eingabe von diesem Gutscheincode werden 500,00 € Rabatt von der Angebotssumme abgezogen. Der Gutschein gilt für die Produkte Carport, Terrassenüberdachung, Pavillon und Balkone - Gutschein-Code: 95173

Ratgeber Anbau

In diesem Ratgeber Anbau geht es um einen Anbau an ein bestehendes Haus. Solche Anbauten sind in der Regel fest mit dem Haus verbunden. Sie können bereits beim Hausbau mit erstellt werden, können aber auch erst nachträglich angebaut werden. Für die verschiedenen Anbauten gibt es unterschiedliche gesetzliche Vorschriften, die im Baurecht, im Nachbarschaftsrecht und im BGB verankert sind.

Zu den Anbauten, die hier besprochen werden sollen, gehören

Anbau Garage
Anbau Carport
Anbau Wintergarten
Anbau Balkon und Erker
Anbau Terrasse und Veranda
Hausanbau (Hausvergrößerung)




Baurecht für den Anbau

Recht

Foto: Pixelio /Gerd Altmann(geralt)

Zuerst erhalten Sie einen Überblick über die gesetzlichen Vorschriften für einen Anbau, die im Baurecht und im Nachbarschaftsrecht niedergelegt sind. Bevor mit irgend einem Anbau begonnen werden kann ist nämlich die rechtliche Seite für den Anbau abzuklären. Die dafür notwendigen Informationen finden Sie im Abschnitt Baurecht. Dort informieren wir Sie über die Vorschriften für einen Anbau im Rahmen der Bauordnung, ob Sie für einen Anbau einen Bauantrag stellen müssen, ob eine Baugenehmigung für den Anbau erforderlich ist und was im Rahmen des BGB und des Nachbarschaftsrechtes auf Sie zukommt.




Anbau Garage

Foto: Pfaff-Garagen

Der Abschnitt Anbau Garage befasst sich mit dem Garagenbau insgesamt und stellt die Besonderheiten der Fertiggarage und der Doppelgarage heraus. Auch über die Materialien für einen Garagen- Anbau, ob Blechgarage, Betongarage oder Garage aus Holz, erhalten Sie ausführliche Infos.
 


Anbau Carport

Anbau Carport
Foto: Carportking

Ein Carport Anbau bedingt ebenso wie der Anbau einer Garage die Klärung der grundsätzlichen Fragen nach dem Material, soll es ein Holz Carport, ein Stahl Carport oder ein Alu Carport sein. Daneben stellt sich die Frage ob es ein Einzel Carport oder ein Doppelcarport sein soll. Wesentlich ist auch die Entscheidung über das Carport Dach. Hier gibt es neue Möglichkeiten der Dachbegrünung oder der Nutzung als Solardach. Sie erhalten im Abschnitt Anbau Carport alle wesentlichen Informationen über die angesprochenen Themen.


Anbau Wintergarten

Anbau Wintergarten
Foto: Sunshine Wintergarten
Der Wintergarten- Anbau gehört sicherlich zu den beliebtesten Anbauten in Deutschland. Was kann schöner sein, als warm und gemütlich in seinem Wintergarten zu sitzen, wenn es draußen schneit und friert. Allerdings sind auch beim Anbau eines Wintergartens vor den Genuss einige Überlegungen, hauptsächlich bezüglich der Wärmedämmung, anzustellen. Diese Überlegungen gehen zwangsläufig auch in die Richtung, welches Material eingesetzt werden soll. Holz-, Alu- oder Kunststoff-Wintergarten stehen zur Wahl für den Anbau. Wir informieren Sie über die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien.


Anbau Balkon und Erker

Anbau Balkon
Foto: Schüco International KG
In der Regel sind Balkon und Erker beim Bau des Hauses bereits errichtet worden. Aber auch als Anbau gibt es Möglichkeiten, insbesondere einen Balkon nachträglich zu errichten. Eine Loggia ergibt sich gegebenenfalls durch den Anbau eines Erkers oder eines Balkons. Der Erker kann auch im Rahmen eines Dachausbaus erstellt werden. Was Sie dabei zu beachten haben, erfahren Sie im Abschnitt Anbau Balkon und Erker.


Anbau Terrasse und Veranda

Fertighaus_mediterran

Der Anbau von Terrasse und / oder Veranda wird meist bei der Errichtung des Hauses vorgenommen. Der Unterschied zwischen Terrasse und Veranda ist den meisten Menschen eigentlich nicht ganz klar. Grundsätzlich sind beide identisch; wenn eine Terrasse allerdings mit einer Brüstung oder Mauer  und einer Terrassenüberdachung ausgestattet wird, dann nennt man diesen Anbau Veranda. Ein weiterer Anbau, der auch nachträglich machbar ist, findet man in der Dachterrasse. Dazu sind allerdings Maßnahmen am Dach selbst erforderlich. Wir informieren Sie auch über diese Form des Anbaus im Abschnitt Anbau Terrasse und Veranda.

Hausanbau (Hausvergrößerung)

Zu guter Letzt ist die aufwendigste Maßnahme für einen Anbau zu nennen, den Hausanbau, also die Verlängerung, Vergrößerung oder Verbeiterung des ganzen Hauses. Ein Anbau in dieser Form bedarf fast der gleichen Mühen, wie der Hausbau selbst. Je nach Größe des Anbaus kommt man ohne einen Architekten in der Regel nicht aus. Worauf Sie insbesondere achten müssen, wenn Sie einen Hausanbau vorhaben, erfahren Sie im Abschnitt Hausanbau.


Informieren Sie sich auch in unseren anderen Ratgebern, im Internet die jeweiligen Spitzenreiter in ihrer Kategorie.

Baurecht für den Anbau

Die baurechtlichen Voraussetzungen für einen Anbau sind, wie es in Deutschland üblich ist, in allen Facetten geregelt. Allerdings findet man die Vorschriften nicht in einem einzigen Gesetz, sondern muss sich durch eine Flut von Vorschriften durcharbeiten. Lassen Sie den Anbau von einem Architekten planen und/oder durchführen, so wird es kaum Komplikationen geben. Wenn Sie sich jedoch alleine dran machen, Ihr Haus zu verbessern, so sollten Sie die wichtigsten Bestimmungen kennen.


In einem Überblick erläutern wir Ihnen die gesetzliche Vorschrift bezüglich des Einflusses auf einen Anbau. Auf den nächsten Seiten können Sie dann die entsprechenden Bestimmungen direkt als kompletten Gesetzestext lesen. Durch klicken auf die jeweilige gesetzliche Vorschrift gelangen Sie direkt auf die entsprechende Seite.

Vorschriften für den Anbau finden Sie

im BauGB (Baugesetzbuch), in dem der Anbau hinsichtlich seiner generellen Zulässigkeit geregelt ist,

in einem Bebauungsplan (B-Plan), der die Art und Weise der baulichen Nutzung eines Grundstückes, also auch den Anbau an ein Gebäude innerhalb eines bestimmten Gebietes regelt,

in der BauNVO (Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke), in dem generell die Art und das Maß der baulichen Nutzung eines Grundstücks, die Bauweise und die überbaubare Grundstücksfläche geregelt wird,

in der MBO (Musterbauordnung), die von der Bauministerkonferenz als Muster für die Landesbauordnungen der 16 Bundesländer erarbeitet wurde,

in den Landesbauordnungen der Bundesländer (LBO), die individuelle Abweichungen der jeweiligen Länder gegenüber der Musterbauordnung aufweisen,

im Nachbarschaftsrecht, das in den Nachbarrechtsgesetzen der einzelnen Bundesländer (außer in Bayern, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, dort gibt es kein eigenes Nachbarrechtsgesetz) niedergelegt ist

und letztendlich im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) in dem auch nachbarschaftsrechtliche Regelungen für einen Anbau getroffen sind.

Im Bauantrag oder mit einer Bauanzeige müssen Sie die planungsrechtlichen Vorgaben des Bebauungsplanes und / oder der BauNVO für Ihren Anbau umsetzen,

sofern Sie alles richtig gemacht haben, erhalten Sie die Baugenehmigung für den Anbau.

Weiterführende Literatur über das Baurecht können Sie in verschiedenen Ausführungen nachstehend erwerben.


Baugesetzbuch

Das Baugesetzbuch (BauGB) trat 1987 in Kraft und löste damit seinen Vorgänger, das Bundesbaugesetz (BBauG) ab. Das Baugesetzbuch regelt in vier Kapiteln insbesondere das Planungsrecht der Städte und Gemeinden und nimmt damit einen wegweisenden Einfluss auf Gestalt, Struktur und Entwicklung des besiedelten Raumes in ganz Deutschland. Für den Anbau ist insbesondere die Regelung der baulichen und sonstigen Nutzung von Bedeutung.
Die vier Kapitel sind

1. Allgemeines Städtebaurecht, mit

 

Erster Teil: Bauleitplanung
Zweiter Teil: Sicherung der Bauleitplanung
Dritter Teil: Regelung der baulichen und sonstigen Nutzung, Entschädigung
Vierter Teil: Bodenordnung
Fünfter Teil: Enteignung
Sechster Teil: Erschließung
Siebter Teil: Maßnahmen für den Naturschutz

 

2. Besonderes Städtebaurecht, mit

 

Erster Teil: Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen
Zweiter Teil: Städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen
Dritter Teil: Stadtumbau
Vierter Teil: Soziale Stadt
Fünfter Teil: Private Initiativen
Sechster Teil: Erhaltungssatzung und städtebauliche Gebote
Siebter Teil: Sozialplan und Härteausgleich
Achter Teil: Miet- und Pachtverhältnisse
Neunter Teil: Städtebauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur

 

3. Sonstige Vorschriften, mit

 

Erster Teil: Wertermittlung
Zweiter Teil: Allgemeine Vorschriften, Zuständigkeiten,
Verwaltungsverfahren, Planerhaltung
Dritter Teil: Verfahren vor den Kammern (Senaten) für Baulandsachen
 
4. Überleitungs- und Schlussvorschriften,
Das Baugesetzbuch regelt den Anbau an ein Gebäude hinsichtlich seiner generellen Zulässigkeit. Im ersten Kapitel (Allgemeines Städtebaurecht), dritter Teil (Regelung der baulichen und sonstigen Nutzung), erster Abschnitt (Zulässigkeit von Bauvorhaben) des Baugesetzbuches finden sich die §§ 30 –36, die für einen Anbau in Betracht gezogen werden können. Ob Ihr Anbau- Vorhaben davon beeinflusst wird, können Sie durch nachlesen des Gesetzestextes, der sich durch anklicken des Paragrafen in einem neuen Fenster öffnet, selbst feststellen.

§ 30 BauGB -  Zulässigkeit von Vorhaben im Geltungsbereich eines Bebauungsplans

In diesem Paragrafen geht es um die generelle Zulässigkeit von Anbau- Maßnahmen, sofern ein Bebauungsplan vorliegt. Im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, der allein oder gemeinsam mit sonstigen baurechtlichen Vorschriften mindestens Festsetzungen über die Art und das Maß der baulichen Nutzung, die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen enthält, ist ein Anbau zulässig, wenn es diesen Festsetzungen nicht widerspricht und die Erschließung gesichert ist

§ 31 BauGB - Ausnahmen und Befreiungen

Dieser Paragraf behandelt die zulässigen Ausnahmen, auch für einen Anbau. Von den Festsetzungen des Bebauungsplans können z.B. solche Ausnahmen zugelassen werden, die in dem Bebauungsplan nach Art und Umfang ausdrücklich vorgesehen sind.
vereinbar ist.

§ 32 BauGB - Nutzungsbeschränkungen auf künftigen Gemeinbedarfs-, Verkehrs-, Versorgungs- und Grünflächen

§ 32 regelt den möglichen Anbau auf einer Fläche, die im Bebauungsplan für Versorgungs- und Grünflächen vorgesehen ist.

§ 33 BauGB - Zulässigkeit von Vorhaben während der Planaufstellung

In § 33 wird die Möglichkeit eines Anbaus für den Fall geregelt, dass ein Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig festgestellt worden ist.

§ 34 BauGB - Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile

Hier wird die Zulässigkeit von Anbau- Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile, für die kein Bebauungsplan existiert, geregelt. Dieser Paragraf ist für einen Anbau sicherlich am häufigsten anzuwenden

§ 35 BauGB - Bauen im Außenbereich

Im Außenbereich ist ein Anbau nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn er einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dient und nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche einnimmt.

§ 36 BauGB - Beteiligung der Gemeinde und der höheren Verwaltungsbehörde

Über die Zulässigkeit von Anbau- Vorhaben nach den §§ 31, 33 bis 35 wird im bauaufsichtlichen Verfahren von der Baugenehmigungsbehörde unter Beteiligung der Gemeinde und der höheren Verwaltungsbehörde entschieden.

Damit sind die für den Anbau wesentlichen gesetzlichen Bestimmungen des Baugesetzbuches genannt. Weitere Informationen erhalten Sie auch in den nachstehenden Büchern
:

Bebauungsplan

Für einen Anbau können im Bebauungsplan verschiedene Vorschriften aus städtebaulichen Gründen festgesetzt werden. Die wichtigsten möglichen Festsetzungen sind nachstehend genannt.


Art und Maß der baulichen Nutzung

Zuallererst geht es um die Art und das Ausmaß der baulichen Nutzung. Das bedeutet, dass bei der Erstellung des Anbaus die Grundflächenzahl (GRZ) oder die Geschossflächenzahl (GFZ) für die Bebauung insgesamt nicht überschritten werden dürfen. Die Erläuterungen der Begriffe finden Sie ausführlich in unserem Ratgeber Grundstückskauf.


Wenn also die vorhandene Bebauung bereits den Höchstrahmen der baulichen Nutzung ausnutzt, ist ein weiterer Anbau nicht mehr möglich.

Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen

Die überbaubare Grundstücksfläche ist der Teil eines Baugrundstücks, auf dem das Gebäude errichtet werden darf. Diese Fläche wird im Bebauungsplan zeichnerisch durch Baugrenzen und Baulinien dargestellt. Auch der Anbau (Ausnahmen gibt es bei Balkon und Garage) darf nur innerhalb der bezeichneten Flächen errichtet werden. Alle anderen Grundstücksteile dürfen nicht bebaut werden.

Die Stellung der baulichen Anlagen

Wenn eine Baulinie festgelegt wurde, dann darf diese Linie nicht unter- oder überschritten werden, das bedeutet, eine Hauswand muss entlang der Baulinie verlaufen. Ferner sind sogenannte Abstandsflächen einzuhalten, die letztendlich auch den Anbau nur innerhalb eines begrenzten Teiles des Grundstückes zulassen.
Höchstzulässige Zahl von Wohnungen
Durch den Anbau darf die festgelegte höchstzulässige Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden nicht überschritten werden. Wenn also zwei Wohnungen maximal erlaubt sind, darf durch den Anbau nicht eine dritte Wohnung entstehen.
Flächen, die von der Bebauung freizuhalten sind
Verkehrsflächen, wie Fußgängerbereiche, Flächen für das Parken von Fahrzeugen, Flächen für das Abstellen von Fahrrädern sowie den Anschluss anderer Flächen an die Verkehrsflächen sind von der Bebauung freizuhalten. Die Platzierung auch nur kleinerer Teile des geplanten Anbaus ist dort nicht gestattet.
Grundstücksteile, die bepflanzt werden müssen
Es können einzelne Flächen des Grundstückes nach dem Bebauungsplan für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen vorgesehen werden, ferner kann geregelt sein, das bestimmte Bäume und Sträucher nicht entfernt werden dürfen. Auch diese Regelungen haben Einfluss auf den Anbau. Ohne eventuelle Ausnahmegenehmigungen ist der Anbau auf diesen Flächen nicht zu errichten.

Weitere spezielle Vorschriften hinsichtlich einer untersagten Überbauung von öffentlichen Versorgungsleitungen können ebenfalls aufgenommen sein.

Lesen Sie hierzu auch weitere, erläuternde Artikel bei Hausbautipps24

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Checkliste Bebauungsplan

Weiterführende Literatur zum Thema Bebauungsplan können Sie nachstehend aussuchen.


BauNVO

Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke (BauNVO).

In dieser Verordnung werden entscheidende Grundlagen für den Bebauungsplan vorgegeben. Dies betrifft auch die baulichen Maßnahmen, die für einen Anbau erforderlich sind. Dieses für den Bauherren wohl wichtigste Gesetz bestimmt den gesetzlichen Rahmen für die Art der baulichen Nutzung, mit der Einteilung der Baugebiete nach ihrem Wesen (Reines Wohngebiet, Gewerbegebiet u.s.w.) und mit dem Maß der baulichen Nutzung. Hierbei werden die Obergrenzen für die Grundflächenzahl (GRZ), die Geschossflächenzahl (GFZ), die Baumassenzahl (BMZ), die Anzahl der Vollgeschosse und die Geschossflächen festgelegt. Ferner gibt es hier generelle Vorschriften über die Bauweise, die überbaubaren Grundstücksflächen, sowie für einen Anbau besonders wichtig, Stellplätze und Garagen.


Wichtige Vorschriften für den Bau von Stellplätzen und Garagen gibt es in den §§ 12,14,15, 19 und 21a der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken.


§ 12 BauNVO Stellplätze und Garagen als Anbau

Stellplätze und Garagen sind als Anbau in allen Baugebieten zulässig, außer in Kleinsiedlungsgebieten, reinen Wohngebieten und allgemeinen Wohngebieten sowie Sondergebieten, die der Erholung dienen. Hier sind Stellplätze und Garagen nur für den durch die zugelassene Nutzung verursachten Bedarf zulässig. In reinen Wohngebieten sind grundsätzlich Garagen und Stellplätze für LKW, Omnibusse und Anhänger für diese Fahrzeuge verboten.

§ 14 BauNVO Nebenanlagen

Ein Anbau ist als Nebenanlage und Einrichtung zulässig, wenn er dem Nutzungszweck der in dem Baugebiet gelegenen Grundstücke oder des Baugebiets selbst dient und seiner Eigenart nicht widerspricht. Soweit nicht bereits in den Baugebieten nach dieser Verordnung Einrichtungen und Anlagen für die Tierhaltung zulässig sind, gehören zu den untergeordneten Nebenanlagen auch solche für die Kleintierhaltung. Im Bebauungsplan kann die Zulässigkeit der Nebenanlagen und Einrichtungen eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.

§ 15 BauNVO Allgemeine Voraussetzungen für den Anbau

Die oben aufgeführten baulichen und sonstigen Anlagen sind im Einzelfall als Anbau unzulässig, wenn sie nach Anzahl, Lage, Umfang oder Zweckbestimmung der Eigenart des Baugebiets widersprechen. Sie sind auch unzulässig, wenn von ihnen Belästigungen oder Störungen ausgehen können, die nach der Eigenart des Baugebiets im Baugebiet selbst oder in dessen Umgebung unzumutbar sind, oder wenn sie solchen Belästigungen oder Störungen ausgesetzt werden.

§ 19 BauNVO Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche

Für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche für das gesamte Gebäude einschließlich des Anbaus ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt.

Bei der Ermittlung der Grundfläche sind die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten, Nebenanlagen und baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird mitzurechnen.

Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen der oben bezeichneten Anlagen bis zu 50 % überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl (GFZ) von 0,8; weitere Überschreitungen in geringfügigem Ausmaß können zugelassen werden. Im Bebauungsplan können abweichende Bestimmungen getroffen werden.

§ 21a BauNVO Stellplätze, Garagen und Gemeinschaftsanlagen

Der Grundstücksfläche im Sinne des § 19 sind Flächenanteile an außerhalb des Baugrundstücks festgesetzten Gemeinschaftsanlagen hinzuzurechnen, wenn der Bebauungsplan dies festsetzt oder als Ausnahme vorsieht. Soweit § 19 nicht entgegensteht, ist eine Überschreitung der zulässigen Grundfläche durch überdachte Stellplätze und Garagen bis zu 0,1 der Fläche des Baugrundstücks zulässig; eine weitergehende Überschreitung kann ausnahmsweise zugelassen werden

Auf den Seiten von Hausbautipps24 finden Sie weitere Informationen über die BauNVO in den folgenden Beiträgen:

Doppelhaus, die Definition eines Doppelhauses ist in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) festgelegt.

Bauweise, die Baunutzungsverordnung. (BauNVO) teilt die Bauweise für den Hausbau in eine offene oder eine geschlossene Bauweise ein.

Über weiterführende Literatur, mit Kommentaren bezüglich der BauNVO, erhalten Sie nachstehend einige Angebote.