Heizen und Lüften

Heizkosten sparen durch Maßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage

Heizkosten sparen

Heizungstechnik / Heizen & Lüften:  Heizkosten sparen ist das Gebot der Stunde. Da fällt einem spontan die Wärmedämmung ein. Wärmedämmung, neue Fenster und neue Türen, das sind die Maßnahmen, die dafür sorgen, das die Gebäudehülle dicht bleibt und keine Heizenergie nach außen dringt. Diese vom Fachbetrieb auszuführenden Maßnahmen sind die Grundlage für ein sparsames Heizkonzept. Daneben gibt es jedoch Maßnahmen, die jeder selbst umsetzen (lassen) kann und die keinen großen Aufwand erfordern.

Diese Maßnahmen sind insbesondere:

Entlüftung der Heizkörper
Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
Richtiges Lüften
Smarte Geräte einsetzen
Thermostate auf den neuesten Stand bringen
Vorlauftemperatur der Heizung richtig einstellen
Die Zimmertemperatur optimieren

Nachstehend folgen einige Tipps zur erfolgreichen Durchführung der Heizkosten-Sparmaßnahmen. Weitere Tipps finden Sie auch unter strom-magazin.de

Entlüftung der Heizkörper

Gerade bei Beginn der neuen Heizungssaison treten nach Einschaltung der Heizung und vor allem der Heizkörper störende Gluckergeräusche auf. Ein Zeichen für Luft im Heizkörper. Der wird dann auch nur zum Teil erwärmt, auch wenn die Heizung voll aufgedreht ist. Die einzige richtige Maßnahme ist es dann, die Heizung zu entlüften.


Wenn Sie die Heizkörper entlüften, können Sie Energie und damit auch Geld sparen. Denn ein Heizkörper, der nicht ausreichend mit heißem Wasser versorgt wird, verbraucht wesentlich mehr Energie, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.

Für die Heizungsentlüftung brauchen Sie lediglich einen Heizkörper-Entlüftungsschlüssel.

Wie man Heizkörper richtig entlüftet, zeigt das nachstehende Video:

Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage

Heizungsanlagen auf Warmwasser-Basis verfügen in der Regel über Einzelraum-Regelungen, die den Wasserdurchlauf reduzieren, wenn die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Dadurch können sich erhebliche Schwankungen der Durchflussmengen im Heizkreislauf ergeben und das kann zu einer Unterversorgung bestimmter Heizungsstränge führen.

Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage ist notwendig, um zu erreichen, dass für jeden Raum die erforderliche Heizleistung berechnet und die Heizkörper entsprechend justiert werden um das korrekte Wasservolumen zu gewährleisten, und gegebenenfalls im Heizsystem notwendige Einstellungen vorgenommen.

Da eine hydraulisch nicht optimierte Anlage einen höheren Verbrauch an elektrischer Energie und Brennstoff verursacht, fördert die Bundesregierung den hydraulischen Abgleich.

Richtiges Lüften

Regelmäßiges Lüften ist in der Heizsaison notwendig, um die Feuchtigkeit in den Wohnräumen zu verringern und eine gute Luftqualität zu erhalten. Dabei ist es besser, zwei bis vier Mal täglich die Fenster ganz zu öffnen und fünf Minuten kurz und kräftig durchzulüften, als sie permanent auf „Kipp“ zu stellen. Dieses Verfahren nennt man Stoßlüften! In Bad und Küche kann die Stoßlüftung auch häufiger erfolgen.

Weiterhin sollte eine Querlüftung durchgeführt werden, denn nur so ist ein richtiger Durchzug gewährleistet. Bei der Querlüftung werden die gegenüberliegenden Fenster zur gleichen Zeit geöffnet, damit ein durchgehender Luftzug die Feuchtigkeit aus der Wohnung vertreibt.

Wichtig! Während des Lüftungsvorgangs unbedingt die Heizungsventile ausstellen! Danach wieder auf die gewünschte Temperatur einstellen.

Smarte Geräte einsetzen

Die smarten Haustechnik-Geräte schalten die Heizung und die Beleuchtung aus, wenn niemand zuhause ist, sie kontrollieren, ob Fenster und Türen geschlossen sind, fahren die Rollläden herunter, wenn es dunkel wird, und aktivieren die Alarmanlage, sobald die Bewohner die Haustür verriegeln.

Smart-Home-Produkte sind vor allem für diejenigen interessant, die Heizkosten sparen wollen, aber nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um eine komplette energetische Sanierung ihrer Immobilien durchzuführen. Viele Systeme kosten oft nur wenige hundert Euro und lassen sich einfach installieren, ohne dass bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Das größte Einsparpotential der Smart-Home-Lösungen liegt im Bereich der Heizungssteuerung. Um den Heizwärmebedarf zu reduzieren, genügen schon einfache Thermostate mit Zeitschaltuhr. Damit kann man bereits einstellen, an welchen Tagen wie viel geheizt werden soll. Höherwertige Geräte können auch direkt mit dem Smartphone gesteuert werden. Damit kann man zum Beispiel die Heizung aus der Ferne aufdrehen, bevor man von der Arbeit zurück nach Hause kommt. Es wird nur dann geheizt, wenn jemand zuhause ist.

Thermostate auf den neuesten Stand bringen

Thermostatventile besitzen einen Thermostatkopf, mit dem man die Raumtemperatur einstellen kann. Er erfasst die Raumtemperatur und gibt dem Ventil vor, wie viel Heizwasser in den Heizkörper fließen soll, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Je genauer ein solches Thermostatventil die Raumtemperatur einhalten kann, desto geringer ist logischerweise auch der Energieverbrauch.

Neben den manuellen Thermostaten gibt es auch programmierbare Thermostate, auch als intelligente Heizungsthermostate bezeichnet, die nur zu den vorgegebenen Zeiten auf die gewünschte Temperatur heizen. Mit diesen Einstellungen kann man zu bestimmten Tageszeiten die Raumtemperatur senken oder erhöhen. Der Einsatz programmierbarer Thermostate kann etwa 10 % Energie sparen.

Vorlauftemperatur der Heizung richtig einstellen

Die Vorlauftemperatur der Heizung beschreibt die Temperatur des Heizungswassers am Austritt des Wärmeerzeugers. Sie kann sich maßgeblich auf die Effizienz einer Heizungsanlage auswirken und sollte daher möglichst niedrig sein. Für „normale“ Heizungen ist je nach Heizlast, Gebäudeart und -zustand eine Vorlauftemperatur zwischen 50 und 60 Grad erforderlich.

Eine noch höhere Energieeffizienz durch noch niedrigere Vorlauftemperaturen der Heizung kann man vor allem erreichen, wenn man Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Brennwertgeräte einsetzt.

Die Zimmertemperatur optimieren

Die richtige Raumtemperatur zu finden, ist extrem wichtig, denn jedes Grad Raumtemperatur mehr verteuert die Heizkosten. Nach Expertenmeinungen sollte die Raumtemperatur im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C betragen, sofern die Temperatur von den Bewohnern als angenehm empfunden wird.

Empfehlung für andere Räume:
Küche: 18 °C, Schlafzimmer: 17 °C - 18 °C, Badezimmer: 23 °C

Entscheidend ist aber auch hier die von den Bewohnern individuell als angenehm empfundene Raumtemperatur. Während der Nachtstunden kann die Raumtemperatur um 5 °C gesenkt werden. Moderne Heizungsanlagen verfügen über eine zentral gesteuerte Absenkung der Raumtemperatur.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixabay / CCO Public Domain