Die Beschreibung der Baukonstruktion beinhaltet die wesentlichen konstruktiven Merkmale des Hausbaus. In ihr wird festgelegt, welche Baumaterialien, welche Bautechniken verwendet werden sollen und welches Ausstattungsniveau für Ihren Hausbau geplant ist.
Der erste Schritt für den Hausbau beginnt mit den Erdarbeiten. Zu den Erdarbeiten gehört das Einmessen des Gebäudes, die Baugrubensicherung. Die Verfüllung der Baugrube und noch einiges mehr.
Danach werden die Gründungsarbeiten für das Fundament begonnen. Hierbei ist zur Sicherheit für die gesamte Baukonstruktion besonderer Wert auf die Abdichtung gegen Wasser und Feuchtigkeit zu legen, denn nur so bauen Sie Ihr Haus auf einem soliden Fundament.
Auf dem Fundament wird der Rohbau errichtet. In unserem Ratgeber Hausbau beginnt mit dem Rohbau ein neuer Abschnitt, obwohl der Rohbau formal noch zur Konstruktion des Hausbaus gehört.
Logischerweise beginnt der Rohbau mit der Errichtung des Kellers, falls dieser gewünscht wird. Dabei ist das Augenmerk darauf zu legen, welche der Materialien wie Ziegelmauerwerk oder Porenbeton verwendet werden, denn sie entscheiden, welche Baukonstruktion von Ihnen gewünscht wird. Auch Begriffe wie schwarze Wanne oder weiße Wanne haben ihre Bedeutung beim Kellerbau.
Die Gebäudeaußenwände unterscheiden sich beim Hausbau nach Konstruktion und Material, verwendetem Putzsystem, der unterschiedlichen Wärmedämmung und ihrer Oberflächengestaltung.
Bei der Baukonstruktion der Innenwände sind die Wanddicken, die verwendeten Materialien für die Oberflächengestaltung in Form von Fliesen, Wandbelägen, Tapeten zu berücksichtigen.
Bei den Geschossdecken und Fußböden entscheidet sich die Qualität des Hausbaus durch die Baukonstruktion des Deckenaufbaus, die Oberflächengestaltung der Deckenunterseiten, die Fußbodenkonstruktion, die Form des Estrichs, die benutzte Trittschalldämmung, und die Verwendung der Materialien in den Feuchträumen.
Bevor es bei Ihrem Hausbau an den Ausbau und Innenausbau geht, ist das Dach zu erstellen. Richtige Information über Dachkonstruktion, Dachdeckung, Dachabdichtung und Wärmedämmung, schlagen sich nieder in der Qualität der Dämmung, im Holzschutz und der Dachentwässerung. Vielleicht entscheiden Sie sich auch für eine Dachbegrünung. Dann wird das Dach zur „Visitenkarte“ des Hauses.
Die Baukonstruktion für den Ausbau beginnt mit den Innentreppen, den Fenstern, den Fenstertüren und den Türen, sowohl Innen- als auch Außentüren.
Die Haustechnik ist ein weiterer großer Bereich beim Hausbau und enthält die gesamte Sanitärinstallation einschließlich Küche und Bad, die Elektroinstallation und den so wichtigen Bereich der Heizungs- und Warmwasserversorgung.
Zur Fertigstellung Ihres Hausbaus benötigen Sie dann noch Informationen über die Baukonstruktion von Balkon, Loggia, Wintergarten und über die Gartenanlage.
Abschließend sollte Sie sich noch ein paar Gedanken um Ihren persönlichen Schutz des Hauses gegen Diebstahl, Brand und Blitzschlag machen.
Informieren Sie sich nun Abschnitt für Abschnitt umfassend über die Möglichkeiten der Baukonstruktion für Ihren Hausbau.
Bevor der eigentliche Hausbau beginnen kann, muss im Rahmen der Bauplanung das Baugrundstück vorbereitet und die Baustelle eingerichtet werden.
Die "Baustelleneinrichtung" bezeichnet die gesamte Organisation und Ausstattung einer Baustelle, die notwendig ist, um Bauarbeiten effizient, sicher und gemäß den rechtlichen Vorschriften durchzuführen. Sie umfasst verschiedene Aufgaben, die je nach Art und Größe der Baustelle variieren können.
Vorbereitung der Baustelle auf besondere Ereignisse
Der Bauherr oder der Bauunternehmer muss auch für besondere Ereignisse im Rahmen des Hausbaus Vorsorge tragen. Dazu gehört die Bereithaltung von Schmutzwasserpumpen mit den dazugehörigen Schläuchen und Kupplungen. Auch die Anlieferung von Tankcontainern für Kraftstoffe, die von den Baufahrzeugen und Baumaschinen auf der Baustelle benötigt werden, kann erforderlich sein, um einen zügigen Bauablauf zu gewährleisten.
Der Baustellenplan
Der Baustellenplan ist ein detaillierter Plan, der die Lage und Anordnung aller wichtigen Einrichtungen und Zugangswege auf der Baustelle festlegt. Er ist ein detailliertes Dokument, das die gesamte Organisation und Struktur einer Baustelle darstellt und dient als Grundlage für die Durchführung der Bauarbeiten und beinhaltet wichtige Informationen zur Logistik, Sicherheit und Arbeitsabläufen. Der Baustellenplan ist ein zentrales Werkzeug für die Bauleitung und das Baustellenpersonal, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Baustellenabsicherung
Die Baustellenabsicherung beinhaltet Maßnahmen zur Sicherung der Baustelle, wie Zäune, Schilder und Beleuchtung, um Unfälle zu verhindern und unbefugten Zugang zu vermeiden. Zur Baustellenabsicherung gehören alle Maßnahmen, die getroffen werden, um die Sicherheit auf einer Baustelle zu gewährleisten und sowohl das Baustellenpersonal als auch die Öffentlichkeit zu schützen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Unfälle und Schäden zu vermeiden und die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen
Baustellenlogistik
Unter einer Baustellenlogistik ist die Organisation des Materials und der Maschinen, einschließlich Lagerflächen, Zufahrtswege und Anlieferungszeiten zu verstehen. Die Baustellenlogistik umfasst alle Maßnahmen und Prozesse, die zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Materialflüsse sowie der damit verbundenen Informationsflüsse auf einer Baustelle notwendig sind. Ziel der Baustellenlogistik ist es, die Verfügbarkeit der benötigten Ressourcen (Materialien, Maschinen, Personal) zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sicherzustellen, um einen reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten.
Energieversorgung für die Baustelle
Die Bereitstellung von Strom und Wasser, sowie gegebenenfalls Abwasserentsorgung ist eine Grundlage für eine funktionierende Baustelle. Die Energieversorgung einer Baustelle ist ein entscheidender Aspekt der Baustelleneinrichtung, da sie die Strom- und Energiebedarfe für den Betrieb von Maschinen, Beleuchtung, Bürocontainern und anderen Einrichtungen deckt. Eine gut geplante Energieversorgung ist notwendig, um Unterbrechungen und Verzögerungen im Bauablauf zu vermeiden und die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten.
Baumaschinen und Geräte für die Baustelleneinrichtung
Die Auswahl und Bereitstellung der notwendigen Baumaschinen und Werkzeuge ist von erheblicher Bedeutung für einen reibungslosen Baustellenablauf. Auf Baustellen kommen verschiedene Baumaschinen und Geräte zum Einsatz, um unterschiedliche Aufgaben effizient zu erledigen. Die Auswahl der Maschinen und Geräte hängt von der Art und dem Umfang des Bauprojekts ab.
Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen
Diese Maßnahmen (Sicherheitsausrüstung und -vorschriften) sind erforderlich um die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten und Maßnahmen zur Reduktion von Lärm, Staub und anderen Umweltbelastungen festzulegen. Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen sind wesentliche Komponenten jedes Bauprojekts, da sie dazu beitragen, die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten und die Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Umwelt zu minimieren.
Die genaue Planung und Einrichtung einer Baustelle ist entscheidend, um Bauprojekte effizient und sicher durchzuführen. Es erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Fachleute, darunter Bauleiter, Ingenieure und Sicherheitsbeauftragte. Nachfolgend einige wichtige Stichpunkte die für die Baustelleneinrichtung zu beachten sind.
Abriss
Ein wichtiger Aspekt der Baustelleneinrichtung ist der Abriss bestehender Gebäude auf dem Baugrundstück. Beim Abriss eines bestehenden Gebäudes sind einige Dinge zu beachten. Grundsätzlich ist eine Abrissgenehmigung vom Bauamt nicht mehr erforderlich, es muss jedoch eine Anzeige erstattet werden. Die Entsorgung für das abgerissene Objekt muss gesichert sein.
Baumfällung
Die Fällung von Bäumen, um die Einmessung des geplanten Gebäudes vornehmen zu können bedarf besonderer Überlegung. Gegebenenfalls sind besondere Anträge erforderlich.
Aushub
Als Aushub oder Erdaushub wird bezeichnet, was beim Hausbau als Erde, Kies und Gestein auf dem Baugrundstück horizontal und vertikal bewegt wird. Dieser Aushub muss entsorgt werden, falls er nicht als Mutterboden, allerdings nur mit einer Bodenuntersuchung, in ihrem Garten oder zum Niveauausgleich benötigt wird.
Der Aushub einer Baustelle ist ein grundlegender Schritt im Bauprozess, bei dem der Boden abgetragen wird, um Platz für das Fundament eines Gebäudes, eines Kellers, oder anderer Strukturen zu schaffen. Dieser Vorgang ist entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit des späteren Hausbaus.
Erschließung
Die Erschließung der Baustelle für seinen Hausbau obliegt dem Bauherren. Bei den zuständigen Versorgungsbetrieben ist die Erschließung des Baugrundstückes mit Bauwasser und Baustrom für den Hausbau sicherzustellen. Diese Maßnahme ist nicht gleichbedeutend mit der endgültigen Fertigstellungserschließung für das zu errichtende Gebäude.
Bauzaun - bei der Baustelleneinrichtung immer erforderlich
Ein Bauzaun ist eine temporäre, mobile Absperrung, die hauptsächlich auf Baustellen verwendet wird, um das Gelände zu sichern und den Zutritt Unbefugter zu verhindern. Bauzäune sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und erfüllen mehrere Funktionen, die sowohl die Sicherheit als auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben betreffen. Die Aufstellung eines Bauzaunes setzt eine entsprechende behördliche Genehmigung voraus, die im Rahmen der für den Hausbau erforderlichen Genehmigungen beantragt wird.
Baukran
Die Hauptanwendung des Baukranes beim Hausbau liegt in Be- und Entladungen und in Bewegungen der Baustoffe von einem Punkt zum anderen auf der Baustelle. Moderne Baustellen kommen ohne einen Kran nicht aus. Für den Kran muss auf dem Baugrundstück ein Kranstandplatz gefunden und genügend Platz für die Montage des Kranes gemacht werden.
Baustrom und Bauwasser
Eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Baustelle ist die Versorgung mit Strom und Wasser. Dazu gehört auch, dass Bauwasser und Baustrom rechtzeitig und in benötigter Form zur Verfügung gestellt wird. Auch ein transportables WC muss für die Zeit des Hausbaus besorgt werden.
Bauschilder
Ein Bauschild ist ein Schild, das auf Baustellen aufgestellt wird, um Informationen über das Bauprojekt zu kommunizieren. Es dient sowohl der Information der Öffentlichkeit als auch der Werbung für die beteiligten Unternehmen.
Bauschutt
Man bezeichnet beim Hausbau als Bauschutt alle Abfälle, die bei einem Bauvorhaben anfallen. Darin ist vom Bodenaushub bis zum Baustellenabfall alles enthalten. Eine Trennung des Abfalls erlaubt die ressourcenschonende Wiederverwendung eines großen Teils des Bauschutts. Vorab ist auch zu klären, ob der Bauschutt von Ihrem Hausbau auf der Baustelle zwischengelagert werden kann und wohin er abgefahren und entsorgt werden kann.
Erst wenn alle diese Punkte beachtet werden und erledigt sind, kann mit dem Einmessen und Aushub der Baugrube und damit dem eigentlichen Hausbau begonnen werden.
Schallschutz ist beim Hausbau ein Gebiet der Bauakustik und behandelt Probleme, die sich daraus ergeben, dass Personen in Gebäuden beim Wohnen, Schlafen und Arbeiten vor Geräuscheinwirkungen geschützt werden.
Für den Hausbau ist der bauliche Schallschutz die erste Maßnahme.
Mit baulichem Schallschutz ist gemeint, daß bauliche Maßnahmen ergriffen werden, die eine Übertragung des Schalls außer- oder innerhalb eines Gebäudes verringern oder verhindern.
Die Schallschutz-Maßnahmen müssen so beschaffen sein, dass Geräusche von gesundheitsschädigendem Ausmaß nicht in bewohnte oder genutzte Gebäude eindringen und auch umgekehrt, dass verhindert wird, dass diese Geräusche aus dem Gebäude in die Umgebung abgestrahlt werden können. Natürlich müssen beim Hausbau auch Maßnahmen ergriffen werden, die dafür sorgen, dass Schallübertragung innerhalb des Wohnhauses verhindert oder gemindert werden.
Gemäß den in den Landesgesetzen niedergelegten Landesbauordnungen müssen Gebäude einen ihrer Nutzung entsprechenden Schallschutz haben. Diese Forderung der jeweiligen Landesbauordnungen an die Sicherheit beim Hausbau werden durch die als Technische Baubestimmung eingeführte Norm DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau" konkretisiert. Sie stellt die Anforderungsgrundlage für alle diejenigen dar, die an der Hausbau- Planung und -Ausführung beteiligt sind.
Wenn diese Vorschriften beim Hausbau beachtet werden, kann man davon ausgehen, dass der nach dem Bauordnungsrecht vorgeschriebene Mindestschallschutz eingehalten wird. Diese Anforderungen sollen den Menschen vor unzumutbaren Belästigungen durch Geräusche schützen.
Lärmverursacher im Gebäude sind hauptsächlich technische Anlagen wie Wasser- und Abwasseranlagen, Energieversorgungsanlagen, Heizung, Aufzug und Lüftungen. Maßnahmen beim Hausbau zur Verhinderung von Lärmproblemen durch die Haustechnik und damit Sicherheit im Bereich Schallschutz wird gewährleistet durch die Verwendung lärmarmer Anlagen.
Maßnahmen zum Luftschallschutz können auch durch ausreichend dimensionierte Decken, Wände und Türen erreicht werden.
Höheren Schallschutz erlangt man auch durch Körperschalldämmung, wie z.B. das Aufstellen von Waschmaschinen auf Schwingfüßen und in einer frühen Phase des Hausbaus durch schwingungsisolierende Befestigung von Armaturen und Rohrleitungen.
Im Rahmen der durchzuführenden Maßnahmen geht es insbesondere um Schallschutznachweise nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau), die Anforderungen im Hausbau hinsichtlich der Gestaltung von Wänden, Decken, Außenbauteilen, Fenstern und Treppen, sowie Anforderungen für Küchen, Aufzüge und andere haustechnische Einrichtungen regelt.
Die bauakustische Prüfungen im Hausbau beziehen sich auf die Luftschalldämmung (LSM) und die Trittschalldämmung (TSM), die Geräusche von Armaturen der sanitären Installation, die Schalldämmung von Türen und Fenstern und auf Messungen an lufttechnischen Anlagen.
Luftschalldämmung
Luftschall entsteht durch Sprache und Musik und breitet sich in der Luft aus. Bei entsprechender Intensität kann der Schall jedoch Wände, Decken und Fußböden in Schwingungen versetzen und damit zu Körperschall werden. Dieser Körperschall kann jedoch in benachbarten Räumen wieder als Luftschall abgestrahlt werden.
Trittschalldämmung
Trittschall ist der Schall, der durch das Begehen der Fußböden und Treppen im Haus erzeugt wird. Dieser Schall strahlt in die unter den Böden liegenden Räume ab.
Die möglichen schalltechnischen Maßnahmen sind bereits in der Hausbau- Planung zu berücksichtigen. Schwimmender Estrich und elastische Bodenbeläge z.B. sind Maßnahmen, die eine schalltechnisch hervorragende Wirkung haben.
Auch eine körperschallgedämmte Einbauweise für die Sanitärleitungen und Armaturen kann die Schalldämmung positiv beeinflussen. Der Schallschutz im Badezimmer ist in unserem Ratgeber für das Badezimmer recht ausführlich dargestellt.
Der Energiebedarf eines Hauses richtet sich nach der Bauweise. In der Energieeinsparverordnung ist daher festgelegt, welche Höchstwerte der Energieverbrauch eines Hauses aufweisen darf. Für den Hausbau ist es wichtig, daß die Energieeinsparverordnung auch festlegt, wie viel Wärme durch Wände und Fenster entweichen darf.
Eine Baugenehmigung darf zukünftig nur noch erteilt werden, wenn der Bauherr einen Energiebedarfsausweis (Energiepass, Energieausweis) vorlegt, in dem der Nachweis für die Einhaltung des Energieverbrauchs für seinen Hausbau im Rahmen der vorgeschriebenen Höchstwerte geführt wird.
Diese Höchstwerte für den Energiebedarf sind im Vergleich zu den früheren Verbrauchswerten eines Einfamilienhauses extrem niedrig. Bedenkt man, daß ein Einfamilienhaus in den 70er Jahren ungefähr 25 l Heizöl pro Quadratmeter beheizter Fläche benötigte, so sind die für den heutigen Hausbau durch die Energieeinsparverordnung vorgeschriebenen Werte fast unvorstellbar. Durch den zusätzlichen Einsatz erneuerbarer Energien sinkt dann der Energiebedarf nicht mehr, aber die Kosten werden weiter reduziert.
Betrug der Verbrauch der in den vergangenen Jahren angepriesenen Niedrigenergiehäuser schon nur noch rund 7 l Heizöl pro Quadratmeter beheizter Fläche, so ist nach der Energieeinsparverordnung die Höchstgrenze des Heizölverbrauchs auf nur noch maximal 6 l pro Quadratmeter beheizter Fläche pro Jahr festgelegt.
Dies soll auch dadurch erreicht werden, daß für den Hausbau die Dichtheit der Außenmauern und Dächer, der Fenster und Türen sowie die Dämmung der Warmwasseranlagen und die erlaubten Heizkessel geregelt ist. Man spricht hier davon, daß durch luftdichtes Bauen mehr Energieeffizienz erreicht und der Energiebedarf in bestimmten Grenzen gehalten wird.
Eine Ausnahme von diesen Vorschriften der Energieeinsparverordnung gibt es nur für Wohnhäuser, die zu mindestens 70% mit Solarenergie oder anderen regenerativen Energien (Erdwärme, Pelletheizung) beheizt werden.
Eine Baugenehmigung für einen Hausbau wird also nur noch erteilt, wenn der Neubau den vorgeschriebenen Energiebedarf einhält. Nachgewiesen wird das durch einen Energiepass (Energieausweis). Der Bauherr erhält durch mehr Transparenz durch den Energieausweis.
Die im Energiepass (Energieausweis) aufgezeichneten Werte sind natürlich theoretischer Art, denn sie gelten für ein Haus, was noch gar nicht erstellt wurde. Die laut der Energieeinsparverordnung dem Energiebedarf zugrunde liegenden Kennwerte nennt man Bedarfskennwerte und Verbrauchskennwerte.
Die Berechnung der Bedarfskennwerte ergibt sich aus den Wandstärken, den Baumaterialien und den Gebäudemassen und die Dämmwirkung der Gebäudehülle. Geht man zusätzlich von Annahmen über den Nutzungsgrad der Heizung, die Klimaentwicklung und die Verbrauchergewohnheiten aus, dann kann man daraus den Energiebedarf errechnen.
Tatsächlich werden diese Werte nicht nur durch den Hausbau an sich, sondern auch durch das Verhalten der Bewohner beeinflusst. Hierunter fallen Lüftungsgewohnheiten, höhere Raumtemperaturen, als zugrunde gelegt, die Senkung der Temperaturen im gesamten Haus während der Nacht usw.
Verbrauchskennwerte
Die Verbrauchskennwerte gemäß Energieeinsparverordnung gehen vom tatsächlichen Brennstoffverbrauch aus und korrigieren diesen um die besonderen klimatischen Bedingungen für die Verbrauchsperiode und die jeweilige Region. Der eigentliche Hausbau, bzw. die dafür verwendeten Materialien, haben auf diese Kennzahl des Energiebedarfs keinen Einfluss. In einem warmen Jahr verbraucht ein Haus im sonnigen Schwarzwald sicherlich viel weniger Brennstoff als das identische Haus in Flensburg in einem kühlen Jahr. Will man also die Energie-Effizienz eines Hauses beurteilen, so muss man diese Einflüsse herausrechnen, um zu einem vergleichbaren Ergebnis zu gelangen.
Ferner sind mögliche Wärmegewinne aus der Sonnenstrahlung, die Abwärme von elektrischen Geräten (ein Beamer gibt z.B. erheblich mehr Wärme ab, als ein Fernsehgerät) und auch aus Regulierungsmöglichkeiten der Heizung bei diesem Kennwert des Energiebedarfs nicht berücksichtigt.
Wir unterscheiden beim Hausbau auch in Zukunft die Energiestandards
- Niedrigenergiehaus,
- Passivhaus,
- Nullenergiehaus,
- Plusenergiehaus (Passiv plus Haus)
- Kfw-40 –Haus und Kfw-60 –Haus.
Der Energiestandard eines Gebäudes beschreibt, wie groß der Energiebedarf des Hauses pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr ist, um ein behagliches, der Funktion entsprechendes Wohnklima herzustellen.
Der theoretische Wert für einen bestimmten Energiestandard wird durch Maßnahmen beim Hausbau selbst und die Haustechnik erreicht. Das Verbraucherverhalten beeinflusst den wirklichen Verbrauch sehr stark, hat aber selbst keinen Einfluss auf den Energiestandard.
In diesem Abschnitt des Ratgebers Hausbau geht es darum, wie Sie Ihr Haus bauen wollen. Die Umsetzung der Einzeldaten Ihres Hauskonzeptes in ein Gebäude, mit Grundriss, Ansicht und Querschnitt, wird in den Bauzeichnungen festgelegt.
Das Gebäude, das Sie errichten wollen, muß vom Architekten oder Bauingenieur gezeichnet werden. Er erstellt den Bauplan für Ihr Eigenheim. Dazu muss die genaue Länge, Breite und Höhe des Gebäudes mit den im Bebauungsplan vorgegebenen Werten abgeglichen werden. Diese Bauzeichnungen sind die Grundlage für den Bauantrag oder die Bauanzeige.
Vorab haben Sie ein Hauskonzept erstellt. Dabei haben Sie hoffentlich auf eine kompakte Bauform geachtet. Die Anordnung der Räume bei Ihrem Hausbau sollte dergestalt erfolgen, daß Räume, in denen niedrige Temperaturen vorherrschen, in den Nord- und Ostbereich des Hauses verlegt werden. Dies sind vor allem der Eingang, Treppenhaus, Gäste-WC und Gästezimmer.
Die Ansichten des zu erstellenden Gebäudes müssen von allen Himmelsrichtungen, also Nord, Ost, West und Süd gezeichnet werden. Dies ist insbesondere für die Nord-Süd-Ausrichtung des Hauses beim Hausbau mit einer geplanten Solaranlage von großer Bedeutung.
Die Querschnitte verdeutlichen u.a. die Anordnung der Treppen und der Balkone und Loggias. Ferner werden die Decken und Fußböden in der anzufertigenden Stärke gezeichnet.
Die Grundrisse für ein Eigenheim sind nach den Erfordernissen und Vorstellungen des Bauherren für sein Gebäude anzufertigen. Welche Räume notwendig sind, und wie sie den Grundrissen angepasst werden sollen, erfahren Sie im nächsten Kapitel.
Der Begriff barrierefrei bauen ist eng verbunden mit dem barrierefreien Wohnen und einem barrierefreien Zugang zu Haus und Wohnung. Denn bereits bei der Planung für den Hausbau sind die barrierefreien Komponenten zu berücksichtigen.
Wie wichtig ist die Barrierefreiheit?
Menschen mit Behinderungen stoßen in ihrem Alltag immer wieder auf Barrieren. Ein barrierefreier Zugang ist selten; so behindern Treppen Rollstuhlfahrer dabei, in die Wohnung zu kommen, sehbehinderte Menschen verzweifeln vor zu klein geschriebenen Hinweisschildern, Wohnungstüren sind nicht breit genug für den Rollstuhl und vieles mehr.
Es gibt in dem Bereich barrierefrei bauen und barrierefrei wohnen sehr viele Dinge, die mit dem Hausbau direkt zu tun haben. Die baulichen Barrieren bestehen dauerhaft und beständig besonders für Menschen mit Behinderungen.
Grundsätzlich sollte daher gelten, daß der Mensch der einzige Maßstab für das Planen und Bauen sein muß. Dieser Leitsatz muss in hohem Maße für das barrierefreie Bauen und Wohnen gelten. Daher ist die Kenntnis und Berücksichtigung einiger menschlicher Maße und Bewegungsabläufe auch und gerade von Behinderten unabdingbare Voraussetzung für die Gestaltung einer barrierefreien baulichen Umwelt.
Die vertraute Umgebung kann für jeden schnell zu einer Umgebung mit Hindernissen werden, wenn Verletzungen, ein Unfall, Krankheit oder der nicht aufzuhaltende Alterungsprozess dazu führen, dass das bisher normale Wohnen schnell zu einer unüberwindbaren Hürde wird. Das Leben in der bisherigen Wohnung wird dann oft zu einer Qual, denn die eigenen vier Wände sind fast nie baulich und einrichtungsmäßig auf solche Möglichkeiten vorbereitet. Sie sollten bei der Hausplanung schon ans Alter denken.
Als eine barrierefreie Lebensraumgestaltung bezeichnet man daher eine Raumgestaltung, in der die Bedürfnisse älterer und behinderter Menschen nicht mehr gesondert betrachtet, sondern als integrativer, ökonomisch machbarer Bestandteil allen Entwicklungen zugrundelegt werden.
Bei der Beachtung folgender Punkte können bei einem Neubau eines Wohnhauses ohne Mehraufwand weitgehend barrierefreie Wohnungen geschaffen werden, die natürlich auch für alle Menschen ohne Behinderung geeignet sind. Beim Hausbau solcher Häuser kann man später ohne erheblichen Aufwand ein vollständig barrierefreies Haus umgestalten, so dass den Betroffenen ein Umzug und ein Verlust der gewohnten Lebensumgebung erspart bleibt.
Es sind dies:
- Ebenerdiger Zugang bei Erdgeschosswohnungen
- Berücksichtigung der erforderliche Bewegungsfläche für Menschen im Rollstuhl (150 cm x 150 cm)
- Breite aller Türen 90 cm lichte Breite
- Anbringung der Bedienungselemente in 85 cm Höhe, mit mindestens 50 cm Abstand von Innenwinkeln
- Küche und Bad möglichst quadratisch (8 - 9 qm), Duschen ebenerdig und
- in Bädern ausreichende Tragfähigkeit der Wände und Zimmerdecken, damit später eventuell Halte- und Stützvorrichtungen angebracht werden können
- Abstellraum im gleichen Geschoss.
FAQ – Häufige Fragen zum barrierefreien Bauen
Ist barrierefreies Bauen teurer?
Die Mehrkosten sind beim Neubau meist überschaubar und deutlich geringer als spätere Umbauten.
Muss ein Haus komplett barrierefrei sein?
Nicht zwingend. Oft reicht es, zentrale Bereiche barrierearm zu gestalten.
Gibt es Fördermöglichkeiten?
In vielen Fällen ja, etwa durch staatliche Programme oder Zuschüsse.
Ist Barrierefreiheit nur für Rollstuhlfahrer relevant?
Nein, sie verbessert den Alltag für alle Bewohner.
Kann man bestehende Häuser nachrüsten?
Ja, allerdings mit höherem Aufwand.
In den nächsten beiden Kapiteln werden wir ergründen, welche Barrieren es zu überwinden gilt und welche Planungsvorgaben beim Hausbau zu beachten sind.
Quelle: Tipps24-Netzwerk – HR
Ausbaustufen beim Hausbau – vom schlüsselfertigen Haus bis zum Selbstbau
Wer ein Haus baut, entscheidet nicht nur über Grundriss, Architektur oder Heizsystem, sondern auch über die sogenannte Ausbaustufe. Dahinter verbirgt sich die zentrale Frage: Wie viel übernimmt die Baufirma – und wie viel macht man selbst? Diese Entscheidung beeinflusst Bauzeit, Baukosten, Stresslevel, Qualitätssicherung und sogar das spätere Wohngefühl.
Die Begriffe klingen oft ähnlich, werden aber in der Praxis unterschiedlich verstanden. „Schlüsselfertig“, „bezugsfertig“ oder „Ausbauhaus“ sind keine geschützten Bezeichnungen. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen, bevor man Angebote vergleicht. Die Ausbaustufe bestimmt letztlich, wie viel Eigenverantwortung, handwerkliches Können und Zeit Bauherren einbringen müssen.
Schlüsselfertiges Haus – einziehen ohne Baustress?
Ein schlüsselfertiges Haus gilt als die komfortabelste Variante. Der Anbieter übernimmt nahezu alle Bauleistungen, von der Gebäudehülle über Technik bis zu den Innenarbeiten. Fußböden, Sanitäranlagen, Heizung, Elektrik und oft auch Malerarbeiten sind enthalten. Nach der Fertigstellung kann das Haus grundsätzlich bezogen werden.
Wichtig ist jedoch: „Schlüsselfertig“ bedeutet nicht automatisch „komplett fertig bis ins Detail“. Außenanlagen, Malerarbeiten oder Bodenbeläge können je nach Vertrag ausgeschlossen sein. Der große Vorteil liegt im geringen Koordinationsaufwand für Bauherren. Bauplanung, Handwerkerbeauftragung und Terminabstimmung übernimmt der Anbieter.
Bezugsfertig bauen – der Wohnstart im Fokus
Bezugsfertig bauen geht noch einen Schritt weiter. Hier ist das Haus so weit fertiggestellt, dass direkt eingezogen werden kann. Wände sind gestrichen oder tapeziert, Böden verlegt, Sanitärbereiche vollständig nutzbar. Bauherren müssen im Idealfall nur noch Möbel stellen. Diese Variante minimiert Eigenleistung, erhöht jedoch die Baukosten. Gleichzeitig reduziert sie das Risiko von Baufehlern durch unerfahrene Arbeiten.
Ausbauhaus – sparen durch Eigenleistung
Beim Ausbauhaus steht die Gebäudehülle, das Dach ist dicht, Fenster und Außentüren sind eingebaut. Der Innenausbau liegt ganz oder teilweise bei den Bauherren. Dazu gehören oft Estrich, Trockenbau, Böden, Malerarbeiten oder Sanitärinstallation.
Diese Variante, die einem Rohbau gleichzusetzen ist, spart Kosten, verlangt aber Zeit, Organisation und handwerkliches Können. Bauherren tragen mehr Verantwortung für Qualität und Bauablauf.
Bausatzhaus – das Haus als Montagesystem
Ein Bausatzhaus wird als vorgefertigtes System geliefert. Wände, Decken und Bauteile sind vorbereitet. Bauherren montieren das Haus teilweise selbst oder mit Anleitung. Fachfirmen übernehmen oft kritische Bereiche wie Statik oder Dach. Der Preisvorteil kann erheblich sein, doch Fehler beim Aufbau können teuer werden.
Selbstbauhaus – maximale Eigenverantwortung
Beim Selbstbauhaus liegt nahezu alles in der Hand der Bauherren. Planung, Organisation und Ausführung vieler Arbeiten erfolgen in Eigenregie. Fachfirmen werden meist nur für spezielle Gewerke beauftragt. Das Einsparpotenzial ist groß, ebenso der Zeitaufwand und das Risiko von Bauverzögerungen.
Eigenleistungen – Chancen und Grenzen
Eigenleistungen können Kosten senken, müssen aber realistisch eingeschätzt werden. Zeitdruck, fehlende Erfahrung oder Koordinationsprobleme führen schnell zu Mängeln. Außerdem beeinflussen Eigenleistungen Gewährleistung und Bauzeit.
Vor- und Nachteile der einzelnen Ausbaustufen
Komfort steigt mit dem Fertigstellungsgrad, während Kosten zunehmen. Mehr Eigenleistung bedeutet Einsparpotenzial, aber auch Verantwortung, Zeitbedarf und Risiko. Die richtige Wahl hängt von Budget, handwerklichem Können, verfügbarer Zeit und persönlicher Belastbarkeit ab. Bei offenen Fragen können Sie in unserem Ratgeber Hausbau sicherlich eine Lösungsmöglichkeit finden.
FAQ zu Ausbaustufen beim Hausbau
Sind Begriffe wie schlüsselfertig rechtlich eindeutig?
Nein, Leistungen müssen immer im Bauvertrag definiert werden.
Wie viel kann man durch Eigenleistung sparen?
Je nach Umfang können spürbare Einsparungen entstehen, jedoch nur bei fachgerechter Ausführung.
Verlängert Eigenleistung die Bauzeit?
In vielen Fällen ja, besonders bei parallelen Gewerken.
Ist ein Ausbauhaus für Anfänger geeignet?
Nur bedingt. Handwerkliches Grundverständnis ist wichtig.
Wer haftet bei Eigenleistungen?
Für selbst ausgeführte Arbeiten haften Bauherren selbst. Die Ausbaustufe bestimmt, wie intensiv Bauherren in den Bauprozess eingebunden sind. Zwischen maximalem Komfort und maximaler Eigenleistung liegen zahlreiche Abstufungen. Wer realistisch plant und Leistungen klar definiert, findet die passende Balance aus Kostenersparnis, Kontrolle und Wohnkomfort.
Quelle: Tipps24-Netzwerk – HR
Foto: Pixabay / Devolk