Das Eigenheim als Altersvorsorge

Die letzte Strategie für eine Baufinanzierung richtet sich an diejenigen, die ihr Eigenheim als Altersvorsorge einsetzen wollen. In den Zeiten immer schlechter werdender Prognosen für die zukünftige Entwicklung und Sicherheit der Renten sollte das bezahlte eigene Haus als eine strategische Notwendigkeit im Rahmen der Altersvorsorge in die Überlegungen einbezogen werden.


Dabei ist diese Strategie unter verschiedenen Aspekten zu betrachten. Grundsätzlich ist die eigene Immobile durch ihren Mietwert das erste Kriterium, das es zu untersuchen gilt. Daneben ist der Rendite-Aspekt, die steuerliche Sichtweise und die psychologische Auswirkung unter dem Gesichtspunkt der Lebensqualität im Alter hervorzuheben.

Der Mietwert der eigenen Immobile

Nach einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes kann der westdeutsche (alte Bundesländer) Rentner einen Betrag von durchschnittlich 614 € im Monat einsparen, wenn er keine Miete zu zahlen hat. Für die Rentner aus den neuen Bundesländern (was für eine schwachsinnige Formulierung nach immerhin 20 Jahren Einheit!) ergibt sich ein Einsparpotenzial von 435 €.

Das Statistische Bundesamt sagt weiter, daß der Rentner, der über keine eigene Immobilie verfügt, rein statistisch gesehen derzeit rund 50% seines Einkommens für die Miete im Alter ausgeben muß. Wenn die Renten weiter sinken und die Mieten weiter steigen, dürfte sich dieses Verhältnis noch weiter verschlechtern.

Aber Achtung! Bei Beginn des Rentenbezugs sollte die Immobilie auch vollständig bezahlt sein. Gegebenenfalls sind noch Sondertilgungen zu leisten. Auch für die Baufinanzierungen, bei denen eine Tilgungsaussetzung gegen die Abtretung der Rechte aus einer Lebensversicherung vereinbart wurde, ist besondere Vorsicht geboten. Da die Renditen der Lebensversicherungen allgemein niedriger ausfallen, als vor einigen Jahren prognostiziert, wird sich bei Ablauf der Versicherung eine mehr oder weniger große Deckungslücke ergeben. Hierfür ist zweckmäßigerweise durch Sondertilgungen oder zusätzliche Geldanlagen ein Ausgleich zu schaffen.

Rendite einer Wohnimmobilie

Unter Renditeaspekten kann und darf man eine Wohnimmobile heute nicht als das Spitzenprodukt ansehen. Trotzdem ist es unter den oben genannten Prämissen ein wertvoller Baustein in der Altersvorsorge.

Schon bei der Auswahl der Immobile, Standortbestimmung, Bauqualität, Energiestandard, regenerative Energien usw. ist auf die neuesten Erkenntnisse zurückzugreifen. Ein modernes Passivhaus erlaubt Ihnen, auch in Zukunft relativ unabhängig von den Preisen für Heizöl oder Erdgas zu werden. Beim heutigen Anteil der Heizkosten ist dies eine auch unter Renditeaspekten nicht zu unterschätzende Maßnahme.

Steuerliche Betrachtung

Steuerlich ist der Immobilienbesitzer zumindest nicht benachteiligt. Der. Eigentümer einer vermieteten Immobilie profitiert von der Gebäude-Abschreibung. Der Eigennutzer hat den Vorteil, dass die ersparte Miete weder der Steuer noch der Sozialabgabenpflicht unterliegt, es sei denn die Immobilie wurde mit dem Wohn-Riester finanziert. Wertsteigerungen bleiben bei einer Veräußerung außerhalb der Spekulationsfrist steuerfrei. Es gibt zusätzliche steuerliche Anreize zum energiesparenden und umweltschonenden Hausbau. Die Frage ist allerdings, wie lange kann man sich darauf noch verlassen?

Lebensqualität

Ein eigenes Haus gibt Sicherheit und ein Stück Lebensqualität, denn man kann im Alter mietfrei wohnen. Man muss keine Mieterhöhung und keine Kündigung befürchten und man braucht auch nicht mehr umzuziehen.. Wer alleiniger Herr im Haus ist, muss sich auch nicht über den Krach von Wohnungsnachbarn ärgern. Die gesetzliche Rente und eventuelle zusätzliche Erträge aus anderen Geldanlagen können dann die Qualität des Lebensabends erheblich steigern.