Ein Überblick über die verschiedenen Modelle der Markisen

 

MarkisenmodelleHausbau / Fenster:  Fassade, Fenster, Balkon und Terrasse benötigen einen verlässlichen Sonnenschutz. Diesen Schutz bieten in ganz hervorragender Weise die modernen Markisen. Sie schützen vor starker Licht- und Wärmeeinwirkung und vor den UV-Strahlen der Sonne. Zusätzlich sind moderne Markisen mitunter auch als architektonisches Hilfsmittel einsetzbar, um dem Gebäude eine besondere Ästhetik zu geben. Höchste Anforderungen sind  daher an das Design, die Technik und den Bedienungskomfort von Markisen zu stellen.

Markisen werden in mehr als 200 Tuchdesigns und eben soviel verschiedenen Farben für die Gestelle der Markisen angeboten. Sie sind alternativ erhältlich mit einem Handkurbelantrieb oder mit einem elektrischen Motor, der im Rahmen der Hausautomatisierung auch mit entsprechenden BUS-Systemen oder Apps zu verbinden ist. Für weiteren Komfort können auch Lichtleisten und LED-Leuchten in die Markise integriert werden.

Markisenmodelle

Die Auswahl der individuell passenden Markise fällt sicherlich nicht leicht, allzumal es ein große Anzahl verschiedener Markisenmodelle gibt. Wir geben Ihnen nachstehend einen Überblick in alphabetischer Reihenfolge über die gängigsten Formen und Modelle von Markisen mit ihren Vor- und Nachteilen. Lassen Sie sich erläutern, welche besonderen Vorzüge und Unterschiede bei Fenstermarkisen, Terrassenmarkisen Fallarmmarkisen, Gelenkarmmarkisen, Hülsenmarkisen, Kassettenmarkisen, Seilspannmarkisen und Vertikalmarkisen zu finden sind.

Fallarmmarkise

Die Fallarmmarkise bietet einen maximal effektiven Sonnenschutz und gleichzeitig optimales Tageslicht. Sie kann je nach Modell bis zu einem Winkel zwischen 90 und 160 Grad ausgefahren werden.

Die Fallarmmarkise kann sich in einem Kasten befinden, der die Markise im eingefahrenen Zustand vor Witterungseinflüssen schützen soll, sie kann offen angebracht werden oder auch mit einem kleinen Regendach. Der Markisenkasten wird an der Wand, der Decke oder in der Fensterlaibung montiert. Mit Hilfe von Klemmstützen kann die Fallarmmarkise auch zwischen einer Decke und dem Boden montiert werden.

Die Fallarmmarkise ist besonders gut für Balkone, Wintergärten und Fenster geeignet. Durch die Fallarme können sowohl der Winkel als auch die Ausfallweite des Markisentuchs bestimmt werden, wodurch eine Regulierung des Lichteinfalls ins Zimmer (Blendschutz) und der Ausblick aus dem Zimmer auch bei ausgefahrener Markise ermöglicht wird.

Die Bedienung der Fallarmmarkise kann per Handkurbelantrieb, oder mittels eines Motors, der auch ferngesteuert werden kann, erfolgen.

Fassadenmarkise

Moderne Architekten beziehen Fassadenmarkisen in das Hausdesign mit ein, denn die für die Markisen verwendeten Stoffe können in besonderer Weise zur Gestaltung der Fassade verwendet werden. Durch ihren individuellen Charakter verleihen sie der Fassade eine Einzigartigkeit.

Mit Fassadenmarkisen können bestimmte Nutzungen, wie Sonnen- und Licht- und Blendschutz verbunden werden. Man sollte sich daher schon vorab im Klaren sein, welche Aufgaben die Fassadenmarkise erfüllen soll.

Fassadenmarkisen können vertikal und schräg, auch über mehrere Stockwerke verlaufend an Fenstern und Türen als außenliegendes Beschattungsinstrument eingesetzt werden. Bei exponierter Lage ist auf eine entsprechende Stabilität gegen Windbelastungen zu achten.

Freistehende Markise

Eine freistehende Markise ist ein Sonnenschutz, der flexibel ist und über eine besonders individuelle Note verfügt. Man kann die freistehende Markise auch an eine Wand montieren oder sogar als Ecklösung verwenden, sie ist auch als Alternative zum Sonnenschirm einsetzbar. Sie ist fest montiert und benötigt keine Hauswand, Fassade oder Fenster zur Montage. Freistehende Markisen können neben ihrer Hauptaufgabe, dem Sonnenschutz, auch als Regenschutz, bei entsprechender Bespannung, verwendet werden.

Freistehende Markisen werden häufig auch in Form einer Doppelmarkise installiert. Auch die freistehenden Markisen können mit der Handkurbel oder elektrisch ein- und ausgefahren werden.

Das nachstehende Video zeigt die Konstruktion und Anwendungsmöglichkeiten für eine freistehende Markise:



Gelenkarmmarkise

Die Gelenkarmmarkise ist das bekannteste und preisgünstigste Markisenmodell. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen offenen Gelenkarmmarkisen und Gelenkarmmarkisen mit Regendach. Die Gelenkarmmarkise fungiert als Sonnen- und Wetterschutz in Außenbereichen wie Terrasse, Balkon und Wintergarten.

Die Gelenkarmmarkise funktioniert so, dass der Gelenkarm den Markisenstoff ausfahren und straffen kann. Er befindet sich parallel zur Ausfallebene und hat mindestens drei Gelenke (hinten, in der Mitte und vorne). Die Gelenkarme bestehen in der Regel aus hochwertigem eloxiertem oder pulverbeschichtetem Aluminium.

Bei der offenen Gelenkarmmarkise sind alle Bauteile der Markise, wie z.B. das Tragegestell, die Tuchwelle und die Gelenkarme auch im geschlossenen Zustand sichtbar. Dies bedeutet, dass man einen zusätzlichen Schutz vor der Witterung und z.B. Vogeldreck installieren sollte. Häufig wird diese Form der Markise auch unter großen Dachüberständen oder überdachten Balkonen eingesetzt.

Hülsenmarkise und / oder Halbkassettenmarkise

Die Hülsenmarkise und Halbkassettenmarkise ist das Pendant zur Vollkassettenmarkise (s.u.). Man kennt sie auch unter den Namen halb geschlossene Gelenkarmmarkise oder Tuchkassetten-Markise. Bei diesem Markisenmodell kann man das Markisentuch und die Gelenkarme in eine Schutz bietende Kassette einfahren. Hülsenmarkisen sind meist in der mittleren Preisklasse angesiedelt. Die Preise befinden sich im Segment zwischen Gelenkarmmarkisen und Vollkassettenmarkisen.

Die Hülsenmarkise ist nur nach unten offen. Da die für die Markise schädlichen äußeren Einflüsse meist von oben oder von der Seite kommen, ist die Schutzfunktion der Kassette besonders hochwertig.

Die Hülsenmarkise erfüllt nicht nur die Funktion eines Sonnenschutzes, sie ist auch gleichzeitig ein Sichtschutz und kann auch als leichter Regenschutz eingesetzt werden. Die Hülsenmarkisen werden sowohl mit Handkurbel, als auch mit einem elektrischen Motor angeboten.

Mit qualitativ guten Materialien ausgestattet können Hülsenmarkisen ihre Funktion sehr lange störungsfrei ausführen. Ihr Einsatzgebiet ist dort besonders angesagt, wo hohe Ansprüche an die Witterungsbeständigkeit gestellt werden, wie auf Balkonen oder Terrassen.

Kassettenmarkise, Vollkassettenmarkise, Kastenmarkise

Mit einer Kassetten-Markise oder auch Vollkassettenmarkise oder Kastenmarkise genannt, liegen Sie richtig, wenn es um den optimalen Schutz für die Markise selbst geht. Bei diesem Markisenmodell befindet sich die gesamte Technik und das Tuch nämlich in einer fest umschlossenen Kassette.

Kassettenmarkisen können in besonders großen Abmessungen hergestellt werden. Man kann sie in vielen Formen herstellen, quadratisch, oval, rund oder gar im Bauhausstil. Sie werden daher auch häufig als zusätzliches Design-Element für die Fassadengestaltung am Haus, aufgrund der Robustheit auch häufig an der Wetterseite, eingesetzt.

Beim Kauf einer Vollkassettenmarkise ist auch darauf zu achten, ob Zertifikate unabhängiger Prüfinstitute vorliegen, die über die Windstabilität, die Einhaltung der Brandschutznormen und die UV- Beständigkeit Auskunft geben.

Im nachstehenden Video wird eine Kassetten-Markise für gehobene Ansprüche und als technisches High-End-Produkt gezeigt:



Klemm-Markise

Die Klemmmarkise gehört zu den Fallarmmarkisen. Bei der Klemmmarkise werden die Spannstangen an den beiden Außenseiten der Markise zwischen Boden und Decke eingeklemmt. Die Spannstangen haben die Aufgabe, das Rohr mit dem Markisentuch zu führen. Diese Konstruktion eignet sich besonders für Mietobjekte, da die Klemmmarkise besonders kostengünstig ist und sich beim Auszug, ohne Spuren zu hinterlassen (kein Bohren und Dübeln), von der Außenwand entfernen lässt.

Für das Ein- und Ausfahren der Klemm-Markise nutzt man zwei verschiedene Systeme. Man kann einerseits mittels eines Schneckengetriebes an der Tuchwelle eine Kurbelstange betätigen, oder mit einer kleinen Kurbel an der Spannstange ein innen liegenden Kettenantrieb betätigen.

Das Markisengestell einer Klemm-Markise ist in der Regel galvanisch verzinkt und pulverbeschichtet, wodurch eine wetterfeste und gegen Kratzer unempfindliche Oberfläche geschaffen wird, wodurch ein langlebiger Schutz vor Korrosion gewährleistet ist.

Korb-Markise

Die Korbmarkise gehört zu den ältesten und einfachsten Markisenmodellen. Sie besteht aus einem zum Viertelkreis gebogenen oder dreieckigen mit dem Markisentuch bespannte Aluminium-Gestell, das starr oder klappbar sein kann. Die Korbmarkise erlaubt unterschiedlichste, selbst eckige Formen. Aufgrund der gebogenen Form ist die Korbmarkise besonders gut geeignet, Kräfte aufzufangen. Man kann sie daher auch hohen Windbelastungen aussetzen. Mit den dafür geeigneten Tüchern ausgestattet ist die Korbmarkise auch als Regenschutz einsetzbar.

Korbmarkisen vermitteln ein Gefühl von Eleganz und verleihen jedem Wohnhaus einen besonderen Charakter. Korbmarkise werden häufig auch auf Maß angefertigt. Abmessung, Farbe und Form verleihen jedem Fenster und jeder Haustür eine unverwechselbare Optik.

Pergola-Markise

Eine Pergola-Markise hat einige Besonderheiten aufzuweisen und hebt sich auch rein optisch von den anderen Markisenmodellen ab. Durch die Variabilität der Ausführungsmöglichkeiten wird die Pergola-Markise im Außenbereich als Überdachung und Beschattungsinstrument für Terrassen und Gärten häufig als Design-Element eingesetzt. Durch die Verwendung von imprägnierten Markisenstoffen bieten Pergola-Markisen perfekten Schutz vor intensiver Sonnenbestrahlung und selbst vor starken Regenschauern.

Wie bei einigen anderen Markisen sorgen auch bei der Pergola-Markise zwei Führungsschienen für die Führung des Markisentuchs. Hinzu kommen jedoch Stützpfeiler am Ende des Ausfalls, die für eine besonders hohe Stabilität sorgen. Dieses große Stabilität ist besonders da gefragt, wo windige und großflächige Bereiche wie Balkone und Dachterrassen beschattet werden müssen.

Scherenarm-Markise

Die Scherenarm-Markise ist für den privaten Anwendungsbereich nur in seltenen Ausnahmefällen geeignet. Man kann dieses Markisenmodell für großflächige Beschattungsflächen an großen Terrassen oder im Garten einsetzen. In der Regel eignet sich die Scherenarm-Markise für Beschattungslösungen in Gewerbebetrieben oder im Außenbereich von Gastronomieunternehmen.

Die Scherenarm-Technik lässt ein besonders weites Ausfahren der Markise zu. Beim heutigen Stand der Technik wird auch bei großen und sehr großen Beschattungsflächen eine optimale Tuchspannung gewährleistet.
Selbstverständlich erfolgt bei derart großen Beschattungsflächen die Steuerung der Markise über Motoren.

Die Konstruktion der Scherenarm-Markise lässt die Lastabtragung nicht über ein Tragrohr, wie bei den Gelenkarmmarkisen, sondern über die an der Wand befestigten Scherenarme erfolgen. Somit ist diese Markise von ihrer Bauweise her wesentlich stabiler und belastbarer als andere Markisenmodelle. Scherenarm-Markisen lassen freitragende Ausladungen bis zu 12 m zu. Die Breiten sind praktisch unbegrenzt.

Seitenmarkise oder Seitenwandmarkise

Eine Seitenmarkise ist konstruktiv gesehen eine Roll-Markise mit Selbsteinzug. Die Markise wird wie ein Rollo seitlich ausgezogen und in eine Halterung eingehakt. Der Einzugsmechanismus hält das Tuch auf Spannung. Seitenmarkisen werden hauptsächlich für Balkon und Terrassen oder als freistehende Markisen im Garten als Sicht-, Sonnen- und Windschutz genutzt.

Als Sichtschutz bietet die Seitenmarkise ausreichenden Schutz der Privatsphäre vor neugierigen Blicken der Nachbarn. Wird die seitliche Markise eingefahren, hat man die volle Aussicht. Die Seitenmarkise kann auch einen guten Schutz vor einer leichten und frischen Brise bieten, so dass das ein längeres Verweilen auf Terrasse, Balkon oder im Garten möglich ist.

Senkrecht-Markise

Senkrecht-Markisen eignen sich insbesondere für die Anwendung vor dem Fenster oder auf der Fassade. Je nach Notwendigkeit und persönlicher Vorliebe kann man zwischen unterschiedlichen Ausführungen und verschiedenen Kastenformen entscheiden.

Senkrecht-Markisen werden sehr gerne bei großen Fensterfronten und senkrechten Fassaden eingesetzt. Technisch erfolgt die Tuchführung senkrecht nach unten, entweder über eine stabile Schienenführung oder über eine Seilführung.

Man unterscheidet fassadenintegrierte Senkrecht-Markisen mit Seil- oder Schienenführung von oben nach unten oder auch von unten nach oben. Diese Markisenmodelle sind auch für große Fensterfronten geeignet und bieten immer die Garantie für eine optisch hervorragende Fassade.

Senkrechtmarkisen werden auch als seitliche Sichtschutzwand oder auch als durchsichtiges Rollo eingesetzt. Sie bieten Schutz gegen neugierige Blicke, Wind und Sonne. Hauptsächliche Einsatzbereiche sind Fenster, Balkone und Terrassen, aber auch für Carports, Pergolen und Pavillons können sie eingesetzt werden.

Wintergarten-Markise

Die Wintergartenmarkise ist ein Markisenmodell zum Beschatten von Wintergärten. Das Markisentuch wird je nach Ausführung über Gasdruck, Seil-, Ketten- oder Bandzüge und in seitlichen oder untenliegenden Schienen geführt.

Wintergärten erleben eine enorme Aufheizung bis auf 75 Grad, wenn die Sonne auf die Glasflächen scheint. Durch eine optimierte Wintergartenmarkise kann man dieses Problem gut lösen. Eine Wintergartenmarkise kann die UV-Strahlung und die Wärmestrahlung bis zu 80 % reduzieren, der Wintergarten bleibt somit auch im Sommer angenehm temperiert.

Für Wintergartenmarkisen gibt es zahlreiche Variationen, die sich unterteilen in innenliegende (Unterglasmarkisen) und außenliegende Überglasmarkisen) Beschattungslösungen. Beim Stand der heutigen Technik lassen sich alle elektrisch betriebenen Markisen auch mit automatischer Steuerung, auch im Rahmen der Hausautomatisierung versehen, sodass die Markise z.B. bei hoher Sonneneinstrahlung automatisch ausfährt, bevor sich der Wintergarten aufgeheizt hat.

Außenliegende Wintergartenmarkisen haben den Vorteil, dass sie bis zu 3 Mal mehr Sonnenenergie reflektieren als innen angebrachte Beschattungssysteme, da der Einfall von Sonnenstrahlen bereits vor dem Auftreffen auf die Glasflächen erheblich reduziert und eine übermäßige Erwärmung des Wintergartens verhindert wird.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: neurolle - Rolf / pixelio.de