Grundsätzlich unterscheiden wir drei Hauptarten der Bautechnik für ein Fertighaus. Die Holzbauweise, die von den meisten Fertighausherstellern angeboten wird, die Verbundschaltechnik und die Erstellung eines massiven Fertighauses in der Betonfertigteil-Bauweise.
Holzbauweise
Holz als Baumaterial hat große Vorteile bei der Erstellung eines Fertighauses. Allerdings trauen viele dem natürlichen Baustoff nicht zu, dass er die bautechnisch gleichen Qualitäten wie der Mauerstein hat. Dabei ist Holz geradezu der ideale Baustoff, denn Holz ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und besticht durch exzellente Wärme- und Schallisolierung. Auch brandschutztechnisch gibt es keine Hinderungsgründe für den Einsatz von Holz als Baumaterial.
Allerdings gilt es, an die Qualität und Verarbeitung der für den Bau des Fertighauses verwendeten Holzmaterialien gehobene Ansprüche zu stellen.
Das Bauholz für das Fertighaus sollte während einer Frostperiode geschlagen werden, da Holz, das sich im vollen Saft befindet, zur Bildung von Rissen und Verformungen neigt und sehr anfällig für Schädlinge ist.
Kiefernschnittholz in Trocknung

Foto: Holzabsatzfonds
Wichtig ist auch die gute Durchtrocknung von mehr als einem Jahr. Für Dach- oder Stützholz ist eine Feuchte von unter 18 Prozent, für den Innenausbau unter 10 Prozent notwendig, um Pilzen und Insekten keine Lebensgrundlage zu gewähren.
Die Belastung der Umwelt und der Gesundheit durch widernatürliche Produktion und Materialien beim Hausbau nimmt ständig zu, deshalb sollte der Mensch im Mittelpunkt der Anstrengungen für gute Wohnbedingungen stehen.
Man kann bei der Holzbauweise zwischen folgenden Konstruktionsarten unterscheiden:
Tafelbau
In einem Holzrahmen werden sogenannte Riegel senkrecht verankert und durch lange Tafeln stabilisiert. Die Dämmstoffe werden im Rahmen untergebracht. Zum Schutz vor der Raumfeuchte wird eine Verkleidung aus Aluminium- oder Kunststoff-Folie auf der Wandinnenseite angebracht.
Optisch wirksame Maßnahmen, wie tapezierte, geflieste oder verputzte Gipskartonplatten, verbessern das Aussehen der Konstruktion von innen.
Der äußere Wandaufbau wird durch bearbeitete Holzwerkstoffplatten geschützt.
Ständer- oder Skelettbau
Hauptkonstruktionsteile sind hierbei Stützen und Träger, zwischen die
fertige, nichttragende Wandelemente eingefügt werden. Je nach Einsatzbereich werden sie als geschlossene Wände oder Wände mit Fenstern und Türen und bei Bedarf auch mit fertigen Installationsleitungen geliefert.
Fachwerk
Auch ein Fachwerkhaus lässt sich in einer Fabrik vorfertigen und auf dem Baugelände zusammensetzen und auf einer passenden Bodenplatte errichten. Als Füllmaterial für die Gefache zwischen den Längs- und Querhölzern werden Ziegel oder Lehm verwendet. Die Wärme- und Schalldämmungsmaßnahmen erfolgen von innen heraus.
Blockbau
Der Blockhausbau ist eine der ältesten Bauarten für Häuser und erlebt eine Renaissance, nicht nur im „Wilden Westen“. Die Außenwände der Blockhäuser werden mit Holzbohlen zusammengesetzt, die nach alter Zimmermannsart miteinander verbunden werden. Auch hier erfolgen die Wärme- und Schalldämmungsmaßnahmen von der Innenseite des Hauses.
Typisches Blockhaus

Foto: Holzabsatzfonds
Was ist ein Fertighaus?
Als Fertighaus bezeichnet man ein Haus, dessen Einzelelemente industriell vorgefertigt werden und das in diesen Einzelteilen an die Baustelle geliefert und dort von einem kleinen Montagetrupp des Fertighausherstellers binnen kürzester Zeit zum Fertighaus schlüsselfertig zusammengefügt wird.
Der entscheidende Unterschied zwischen Fertighäusern und einem konventionellen Massivhaus ist also der, dass das Fertighaus aus vorgefertigten Einzelelementen besteht, die an Ort und Stelle relativ schnell zusammengefügt werden, daß Massivhaus jedoch Stein auf Stein und damit langsam und unter Einsatz von vielen Arbeitskräften aufgebaut wird. Die Grenzen sind allerdings mittlerweile fließend, weil auch manche Anbieter von Massivhäusern für den Hausbau Teile vorfertigen und zum Beispiel ganze Wandelemente aus Beton verwenden.
Das folgende Bild zeigt den Einsatz eines Wandelementes für das Fertighaus auf der Baustelle.
Die meisten Fertighäuser (ca. 95 %) werden als Holzhaus ausgeführt. Man unterscheidet verschiedene Arten des Fertighauses aus Holz:
Holzblockhäuser - Holzskeletthäuser – Häuser mit Holzrahmenbau – Häuser in Holztafelbauweise - Mischbauweisen mit Holz. Der Aufbau des Fertighauses erfolgt bei allen Arten auf die gleiche Art und Weise. Der Montagetrupp errichtet mittels Kran auf dem Fundament die Einzelelemente des Fertighauses.
In der nachfolgenden Animation wird der Aufbau eines Fertighauses im Zeitraffer gezeigt.

Rein äußerlich ist ein modernes Fertighaus nicht mehr von einem Massivhaus zu unterscheiden. Es bleibt Ihnen daher auch überlassen, Ideen für Form, Farbe, Dachform, Stil und was an Variationen auch immer möglich ist beim Bau eines Fertighauses, Ihres Fertighauses, zu verwenden. Es ist prinzipiell alles möglich. Informieren Sie sich auf dieser, unserer Webseite!
Die beiden Bilder basieren auf dem Bild Prefabricated house construction aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist H. Raab.
Der Bau eines eigenen Hauses gehört zu den wichtigsten Entscheidungen im Leben. Neben dem klassischen Massivhaus entscheiden sich viele Bauherren heute für ein Fertighaus. Diese Bauweise hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt und steht längst für moderne Architektur, hohe Energieeffizienz und kurze Bauzeiten.
Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine Übersicht über die Möglichkeiten, ein Fertighaus zu bauen oder zu kaufen. Neben den Informationen über die Bautechnik zeigt er auch den Unterschied zum Massivhaus und zum klassischen Holzhaus auf. Die Anbieter der Fertighäuser haben Mischformen erfunden, um den angehenden Bauherren beim Hausbau auch ein Fertighaus massiv anbieten zu können. Selbstverständlich ist das Fertighaus auch als Passivhaus zu erwerben. Neben der Variante Fertighaus schlüsselfertig, kann man das Fertighaus auch als Ausbauhaus, Selbstbauhaus oder als Bausatzhaus kaufen.
Bezüglich der verschiedenen Haustypen, können Sie heute mit einem Fertighaus vom modernen Bungalow über ein rustikales Einfamilienhaus im Landhausstil bis zu einem traditionellen Fachwerkhaus oder einer exklusiven Stadtvilla alles bauen und kaufen. Einen besonderen Vorteil haben Fertighäuser für den Hausbau- Interessenten, denn er kann sich sein Fertighaus in einer der vielen Musterhausausstellungen vor dem Kauf ansehen. Im letzten Abschnitt in diesem Ratgeber Fertighaus finden Sie die Anschriften von Fertighausausstellungen.
Fertighaus-Definition – Was ist ein Fertighaus?
Ein Fertighaus ist ein Gebäude, dessen Bauteile überwiegend industriell vorgefertigt werden. Wände, Decken oder Dachelemente entstehen nicht direkt auf der Baustelle, sondern werden in Werkhallen produziert und anschließend zum Baugrundstück transportiert. Dort werden sie innerhalb kurzer Zeit montiert.
Der große Vorteil liegt in der präzisen Herstellung unter kontrollierten Bedingungen. Witterungseinflüsse spielen während der Produktion kaum eine Rolle, wodurch eine gleichbleibend hohe Qualität erreicht wird.
Moderne Fertighäuser unterscheiden sich heute kaum noch von Massivhäusern. Sie können individuell geplant werden und erfüllen aktuelle Anforderungen an Energieeffizienz und Wohnkomfort.
Bautechnik – Welche Bautechnik ist für mich die richtige?
Bei Fertighäusern gibt es verschiedene Bauweisen, die sich hinsichtlich Konstruktion, Material und Bauablauf unterscheiden.
Holzrahmen- und Holztafelbauweise
Die Holzrahmenbauweise ist die am häufigsten verwendete Technik im Fertighausbau. Dabei bildet ein Holzrahmen die tragende Struktur der Wände. Zwischen den Holzständern befinden sich Dämmstoffe, die für gute Wärmedämmung sorgen.
Die Holztafelbauweise ist eine Weiterentwicklung dieser Technik. Dabei werden komplette Wandtafeln im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Fenster, Dämmung und Installationen sind oft bereits integriert.
Vorteile dieser Bauweise sind:
- kurze Bauzeit
- gute Wärmedämmung
- hohe Präzision der Bauteile
Holzständerbauweise
Die Holzständerbauweise ähnelt der Holzrahmenbauweise, unterscheidet sich jedoch in der Konstruktion. Hier stehen vertikale Holzständer im Mittelpunkt der tragenden Struktur. Diese Bauweise wird häufig im Fertighausbau eingesetzt und bietet flexible Gestaltungsmöglichkeiten.
Durch moderne Dämmstoffe und mehrschichtige Wandaufbauten können sehr gute Energieeffizienzwerte erreicht werden.
Verbundschaltechnik
Bei der Verbundschaltechnik werden Holz und andere Materialien miteinander kombiniert. Diese Bauweise sorgt für eine hohe Stabilität der Konstruktion und wird vor allem bei größeren Fertighäusern oder mehrgeschossigen Gebäuden eingesetzt.
Betonfertigteil-Bauweise
Neben Holzkonstruktionen gibt es auch Fertighäuser aus Betonfertigteilen. Hier werden Wände und Decken aus Beton im Werk produziert und auf der Baustelle montiert.
Diese Bauweise bietet Vorteile wie:
Herstellung – Wie wird ein Fertighaus hergestellt?
Die Herstellung eines Fertighauses erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird das Gebäude detailliert geplant. Anschließend beginnt die industrielle Produktion der Bauelemente.
Im Werk werden:
- Wandelemente
- Decken
- Dachkonstruktionen
- teilweise Fenster und Installationen
unter kontrollierten Bedingungen gefertigt.
Nach der Fertigstellung werden die Bauteile zur Baustelle transportiert und dort montiert. Innerhalb weniger Tage steht in vielen Fällen bereits der Rohbau. Diese schnelle Bauweise ist einer der größten Vorteile des Fertighauses.
Ausbauzustand – Mit oder ohne Eigenleistungen?
Fertighäuser werden in unterschiedlichen Ausbauzuständen angeboten. Bauherren können selbst entscheiden, wie viel Eigenleistung sie erbringen möchten.
Schlüsselfertiges Fertighaus
Beim schlüsselfertigen Fertighaus übernimmt der Anbieter nahezu alle Bauarbeiten. Das Haus wird vollständig fertiggestellt übergeben und ist sofort bezugsbereit.
Vorteile:
- geringerer organisatorischer Aufwand
- klare Kostenstruktur
- kurze Bauzeit
Ausbauhaus
Ein Ausbauhaus wird außen fertiggestellt, während der Innenausbau teilweise vom Bauherrn übernommen wird.
Typische Eigenleistungen sind:
- Bodenbeläge
- Malerarbeiten
- Innenausbau
Diese Variante kann Kosten sparen, erfordert jedoch Zeit und handwerkliches Geschick.
Aufbau eines Ausbauhauses
Beim Ausbauhaus werden meist folgende Arbeiten vom Bauherrn durchgeführt:
Je nach Anbieter sind unterschiedliche Leistungen bereits enthalten.
Selbstbauhaus oder Bausatzhaus
Beim Selbstbauhaus oder Bausatzhaus übernimmt der Bauherr einen großen Teil der Bauarbeiten selbst. Der Hersteller liefert die notwendigen Bauteile und Materialien. Diese Variante ist besonders günstig, erfordert jedoch viel Zeit, Organisation und handwerkliche Erfahrung.
Passivhaus – Ein Fertighaus als Passivhaus?
Viele Fertighäuser werden heute als Passivhaus oder Niedrigenergiehaus gebaut. Dank moderner Dämmtechnik und präziser Bauweise lassen sich sehr gute Energieeffizienzwerte erreichen.
Ein Passivhaus zeichnet sich durch:
- sehr gute Wärmedämmung
- luftdichte Gebäudehülle
- kontrollierte Lüftung
- niedrigen Energieverbrauch
aus.
Fertighäuser eignen sich besonders gut für diesen Standard, da Bauteile im Werk exakt gefertigt werden können.
Kaufvertrag – Vertragliche Gestaltung
Beim Kauf eines Fertighauses spielt der Bauvertrag eine wichtige Rolle. Da Planung und Bau häufig von einem Anbieter durchgeführt werden, müssen Leistungen und Kosten genau festgelegt werden. Wenn das Fertighaus zusammen mit einem Grundstück erworben wird, muss eine notarielle Beurkundung erfolgen.
Wichtige Punkte im Vertrag sind:
- detaillierte Leistungsbeschreibung
- Bauzeit
- Zahlungsplan
- Gewährleistung
- Regelungen bei Verzögerungen
Eine unabhängige Prüfung des Vertrags durch einen Fachanwalt oder Sachverständigen kann sinnvoll sein.
Abwägen – Vor- und Nachteile des Fertighauses
Wie jede Bauweise hat auch das Fertighaus Vorteile und mögliche Nachteile.
Vorteile
- kurze Bauzeit
- hohe Planungssicherheit
- präzise industrielle Fertigung
- gute Energieeffizienz
Nachteile
- teilweise eingeschränkte Individualität
- Abhängigkeit vom Anbieter
- Änderungen während der Bauphase oft schwierig
Musterhäuser – Fertighäuser ansehen
Viele Fertighausanbieter betreiben Musterhausparks, in denen verschiedene Hausmodelle besichtigt werden können. Dort erhalten Bauinteressierte einen realistischen Eindruck von Raumaufteilung, Ausstattung und Bauqualität. Der Besuch eines Musterhauses hilft dabei, die eigenen Vorstellungen besser zu konkretisieren und verschiedene Anbieter zu vergleichen.
FAQ – Häufige Fragen zum Fertighaus
Was ist der Unterschied zwischen Fertighaus und Massivhaus?
Beim Fertighaus werden Bauteile industriell vorgefertigt, während Massivhäuser direkt auf der Baustelle gebaut werden.
Wie lange dauert der Bau eines Fertighauses?
Die Bauzeit ist meist deutlich kürzer als bei Massivhäusern und liegt häufig bei wenigen Monaten.
Sind Fertighäuser langlebig?
Moderne Fertighäuser erreichen eine vergleichbare Lebensdauer wie Massivhäuser.
Sind Fertighäuser energieeffizient?
Ja, viele Fertighäuser erfüllen hohe Energiestandards oder werden als Passivhaus gebaut.
Kann man ein Fertighaus individuell planen?
Viele Anbieter ermöglichen individuelle Grundrisse und Ausstattungen.
Wie teuer ist ein Fertighaus?
Die Kosten hängen von Größe, Ausstattung und Anbieter ab.
Ist ein Ausbauhaus günstiger?
Ja, durch Eigenleistungen können Baukosten reduziert werden.
Kann ein Fertighaus einen Keller haben?
Ja, viele Fertighäuser werden mit Keller gebaut.
Kann ein Fertighaus mehrgeschossig sein?
Ja, auch mehrgeschossige Gebäude sind möglich.
Wie wichtig ist ein Musterhausbesuch?
Sehr wichtig, da Bauinteressierte einen realistischen Eindruck vom Haus erhalten.
Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR / Foto: Pixabay / Giovanni_cg
Der Ratgeber gliedert sich wie folgt:
Fertighaus-Definition - Was ist ein Fertighaus?
Bautechnik - Welche Bautechnik ist für mich die richtige?
Holzrahmen und Holztafelbauweise
Holzständerbauweise
Verbundschaltechnik
Betonfertigteil-Bauweise
Herstellung - Wie wird ein Fertighaus hergestellt?
Ausbauzustand - Mit oder ohne Eigenleistungen?
Schlüsselfertiges Fertighaus
Ausbauhaus
Aufbau eines Ausbauhauses
Selbstbauhaus/Bausatzhaus
Passivhaus - Ein Fertighaus als Passivhaus?
Kaufvertrag - Vertragliche Gestaltung des Kaufvertrages
Abwägen - Vor- und Nachteile des Fertighauses
Ansehen - Musterhäuser