Hausbau / Sicherheit: Im Brandfall muss alles ganz schnell gehen: Maximal vier Minuten bleiben, um sich und die Familie aus einem brennenden Haus zu retten – falls man das Feuer bemerkt. Dafür sorgt ein Rauchmelder: Bei einem Brand schlägt er sofort Alarm. Ohne die kleinen Krachmacher besteht hingegen oft keine Überlebenschance mehr. Dennoch sind die wenigsten deutschen Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Psychonomics AG im Auftrag der VGH Versicherungen. Nur 30 Prozent der Befragten gaben dabei an, in ihrem Haus oder ihrer Wohnung einen Rauchmelder zu haben. Interessant dabei: Mit zunehmendem Einkommen steigt auch die Anzahl der genutzten Rauchmelder. Die Kosten allein können allerdings nicht der Grund dafür sein: Denn die kleinen Helfer gibt es im Elektrofachhandel, bei Brandschutz- und Sicherheitsfirmen sowie in Baumärkten bereits ab rund fünf Euro.
Bei einem Feuer sterben neun von zehn Opfern nicht etwa in den Flammen, sondern durch den giftigen Rauch – während sie schlafen. „Wer glaubt, im Brandfall rechtzeitig wach zu werden, unterliegt einem tragischen Irrtum“, erläutert Lutz Hennig, Brandschutzexperte der VGH. „Denn der bei einem Brand auftretende Rauch ist schneller als das Feuer – und vor allem lautlos.“ Bereits nach drei Atemzügen kann der giftige Qualm zur Bewusstlosigkeit führen, nach sieben weiteren gar zum Tod. Den sichersten Schutz bietet ein qualitätsgeprüfter Rauchmelder. Sein schriller Piepston weckt selbst aus dem tiefsten Schlaf auf. Beim Kauf sollte man stets auf das VdS-Prüfzeichen achten. Das Gütesiegel der Schadenverhütungsinstitution steht für Sicherheit und Qualität. Die so geprüften Rauchmelder geben ihr akustisches Signal bereits ab rund einem Prozent Rauchdichte von sich. Empfehlenswert sind batteriebetriebene optische Rauchmelder – sie funktionieren auch dann, wenn der Strom ausgefallen ist. Außerdem wichtig: ein Testknopf, mit dem man jederzeit die Funktionstüchtigkeit überprüfen kann. Bei guten Rauchmeldern ertönt außerdem über längere Zeit ein Warnsignal, wenn die Batterie ausgetauscht werden muss.
Die nötige Anzahl der Rauchmelder richtet sich nach der Größe der Wohnung beziehungsweise des Hauses. So können in einer kleinen Wohnung bereits wenige Rauchmelder ausreichen. Dabei sollte einer idealerweise in zentraler Lage, etwa im Flur, die übrigen in den Schlaf- sowie Kinderzimmern montiert werden. In einem Haus mit mehreren Etagen ist die Mindestempfehlung des VGH-Experten ein Rauchmelder pro Stockwerk, ebenfalls zentral in den Fluren angebracht, plus einen zusätzlichen Rauchmelder in jedem Schlaf- und Kinderzimmer. Auch Dachböden und Kellerräume sollten nicht vergessen werden. Die Geräte lassen sich übrigens ohne viel handwerkliches Geschick mit ein paar Schrauben in möglichst zentraler Position an der Zimmerdecke befestigen – und zwar ausschließlich dort, weil der Rauch nach oben steigt. Lutz Hennig: „In Räumen, in denen starker Dampf, Rauch oder Staub entsteht – etwa in der Küche, im Badezimmer oder im Heimwerkerkeller – sind Rauchmelder nicht unbedingt zu empfehlen, da sie einen Fehlalarm auslösen können.“ In diesen Fällen gilt: Rauchmelder unmittelbar vor dem entsprechenden Raum anbringen.
Quelle: www.vgh.de
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