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Ziegel und Ziegelsteine als Baustoffe beim Hausbau

Ziegel gehören seit Jahrtausenden zu den bewährtesten Baustoffen im Hausbau und haben bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren. Ihre große Vielfalt macht sie zu einem äußerst flexiblen Material, das sowohl im Rohbau als auch bei der Gestaltung von Fassaden und Dächern eingesetzt wird. Dabei reicht das Spektrum von klassischen Tonziegeln über moderne Betonsteine bis hin zu ökologischen Alternativen wie Lehmziegeln. Wer ein Haus plant, sollte die Unterschiede kennen, denn sie beeinflussen nicht nur die Optik, sondern auch Statik, Energieeffizienz und Wohnkomfort.

Die Vielfalt der Ziegelarten

Wenn von „Ziegeln“ die Rede ist, denken viele zunächst an gebrannte Tonsteine. Tatsächlich umfasst der Begriff jedoch eine deutlich größere Bandbreite.

Besonders verbreitet sind Betonsteine, die industriell aus Zement, Wasser und Gesteinskörnungen hergestellt werden. Innerhalb dieser Gruppe gibt es wiederum unterschiedliche Varianten, die sich in ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden.

Porenbetonsteine, oft auch als Gasbeton bekannt, sind besonders leicht und lassen sich einfach verarbeiten. Durch ihre feine Porenstruktur besitzen sie gute Wärmedämmeigenschaften, weshalb sie häufig im energieeffizienten Wohnungsbau eingesetzt werden.

Leichtbetonsteine verfolgen ein ähnliches Ziel, setzen jedoch auf Zuschläge wie Bims oder Blähton, um Gewicht zu reduzieren und gleichzeitig die Dämmung zu verbessern.

Dem gegenüber stehen Schwerbetonsteine, die durch ihre hohe Dichte und Festigkeit überzeugen und vor allem dort eingesetzt werden, wo hohe Lasten getragen werden müssen.

Eine Sonderrolle nimmt der Betonwerkstein ein, der nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch eingesetzt wird. Er findet sich häufig in Fassaden oder im Innenbereich, wenn eine hochwertige Optik gefragt ist.

Für die Dacheindeckung wiederum kommen Betondachsteine zum Einsatz, die eine robuste und oft kostengünstigere Alternative zu klassischen Dachziegeln darstellen.

Arten von Betonsteinen in der Übersicht

  • Porenbetonstein (Gasbeton):
    Leicht, gut dämmend, einfach zu verarbeiten. Ideal für energieeffiziente Häuser.
  • Leichtbetonstein:
    Enthält Zuschläge wie Bims oder Blähton. Gute Wärmedämmung bei relativ geringem Gewicht.
  • Schwerbetonstein:
    Sehr massiv und belastbar. Wird häufig im Tragwerksbau eingesetzt.
  • Betonwerkstein:
    Hochwertig verarbeitet, oft für Fassaden oder Innenbereiche mit ästhetischem Anspruch.
  • Betondachstein:
    Alternative zum klassischen Dachziegel, robust und meist kostengünstiger.

Kalksandsteine

Neben Betonsteinen sind Kalksandsteine ein wichtiger Bestandteil moderner Bauweisen. Sie entstehen aus Kalk, Sand und Wasser und werden unter hohem Druck gehärtet. Ihre große Stärke liegt in der hohen Tragfähigkeit und dem ausgezeichneten Schallschutz.

Allerdings bieten sie von Natur aus nur eine geringe Wärmedämmung, weshalb sie meist in Kombination mit zusätzlichen Dämmschichten verwendet werden. Ideal für tragende Innen- und Außenwände.

Klinker

Klinker gehören zu den besonders widerstandsfähigen Ziegeln. Sie werden bei sehr hohen Temperaturen gebrannt, wodurch ihre Oberfläche nahezu wasserundurchlässig wird. Das macht sie extrem langlebig und unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Vor allem in Regionen mit rauem Klima sind Klinkerfassaden daher sehr beliebt, da sie über Jahrzehnte hinweg kaum an Qualität verlieren.

Dachziegel

Auch Dachziegel spielen eine zentrale Rolle im Hausbau. Sie bestehen meist aus gebranntem Ton und schützen das Gebäude zuverlässig vor Regen, Schnee und Wind. Gleichzeitig prägen sie das Erscheinungsbild eines Hauses erheblich, da Form und Farbe des Daches einen großen Einfluss auf die Gesamtwirkung haben.

Sonderformen von Ziegeln

Ergänzt wird das Spektrum durch Sonderformen wie Blähtonziegel und Lehmziegel. Blähtonziegel kombinieren ein geringes Gewicht mit guten Dämmeigenschaften und werden häufig im modernen Mauerwerksbau eingesetzt.

Lehmziegel hingegen stehen für eine besonders nachhaltige Bauweise. Sie kommen ohne Brennprozess aus, regulieren auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit im Innenraum und schaffen ein angenehmes Raumklima. Gerade im ökologischen Bauen gewinnen sie zunehmend an Bedeutung.

Statische Anforderungen an Ziegel

Die Auswahl des passenden Ziegels ist nicht allein eine Frage des Geschmacks oder der Kosten, sondern vor allem eine technische Entscheidung. Jedes Gebäude muss bestimmten statischen Anforderungen genügen, um dauerhaft sicher zu stehen. Dabei spielen Faktoren wie Tragfähigkeit, Druckfestigkeit und Eigengewicht eine zentrale Rolle.

Massive Steine wie Kalksandstein oder Schwerbeton eignen sich besonders gut für tragende Wände, da sie hohe Lasten aufnehmen können. Leichtere Materialien wie Porenbeton entlasten hingegen die Konstruktion und das Fundament, sind jedoch in ihrer Tragfähigkeit begrenzter. Auch die Kombination verschiedener Materialien ist üblich, um sowohl statische Sicherheit als auch gute Dämmwerte zu erreichen.

Darüber hinaus beeinflussen Ziegel auch den Wärme- und Schallschutz eines Gebäudes. Während einige Materialien bereits von sich aus gute Dämmeigenschaften besitzen, benötigen andere zusätzliche Maßnahmen, um den heutigen energetischen Anforderungen gerecht zu werden. Eine sorgfältige Planung, idealerweise in Zusammenarbeit mit einem Statiker, ist daher unverzichtbar.

Bindemittel als verbindendes Element

Ziegelsteine entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenspiel mit den richtigen Bindemitteln. Sie sorgen dafür, dass einzelne Steine zu einem stabilen Mauerwerk verbunden werden und schützen gleichzeitig die Oberflächen.

Gips wird vor allem im Innenausbau verwendet, da er schnell abbindet und sich gut verarbeiten lässt.

Kalk überzeugt durch seine Diffusionsoffenheit und wirkt zudem schimmelhemmend, was ihn besonders für Wohnräume interessant macht.

Zement hingegen steht für maximale Festigkeit und wird überall dort eingesetzt, wo hohe Belastbarkeit und Feuchtigkeitsresistenz gefragt sind.

Mörtel verbindet die einzelnen Steine miteinander und gleicht Unebenheiten aus, während Putz als äußere Schicht dient, die das Mauerwerk schützt und gleichzeitig gestalterische Möglichkeiten eröffnet. Die Wahl der richtigen Materialien hängt stark vom jeweiligen Einsatzbereich und den gewünschten Eigenschaften ab.

Übersicht über die Bindemittel beim Mauerwerk-Bau

  • Gips: Für Innenräume, schnell abbindend, nicht wasserfest
  • Kalk: Diffusionsoffen, schimmelhemmend
  • Zement: Sehr fest und wasserbeständig
  • Mörtel: Verbindungsmaterial für Mauerwerk
  • Putz: Schutz- und Gestaltungsschicht für Wände

Die richtige Kombination ist entscheidend für Langlebigkeit und Bauqualität.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Ziegel

Welche Ziegelart ist die beste für den Hausbau?
Das hängt vom Bauvorhaben ab. Porenbeton ist gut für Dämmung, Kalksandstein für Tragfähigkeit, Klinker für Fassaden. Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht, denn die Entscheidung hängt immer von den individuellen Anforderungen ab. Wer großen Wert auf Wärmedämmung legt, greift häufig zu Porenbeton oder Leichtbeton, während Kalksandstein vor allem durch Stabilität und Schallschutz überzeugt. Für langlebige Fassaden ist Klinker eine ausgezeichnete Wahl.

Sind Ziegel nachhaltig?
Ja, besonders Lehmziegel und Blähtonziegel gelten als umweltfreundlich. Die Frage nach der Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle. Ziegel gelten grundsätzlich als langlebig und damit ressourcenschonend, doch insbesondere Lehmziegel und Blähtonziegel punkten zusätzlich durch ihre umweltfreundliche Herstellung und ihre positiven Auswirkungen auf das Raumklima.

Braucht man zusätzliche Dämmung?
Bei vielen Ziegelarten wie Kalksandstein ja, bei Porenbeton oft nicht. Die Dämmung ist ein wesentlicher Punkt im modernen Hausbau. Nicht jeder Ziegel erfüllt automatisch die Anforderungen moderner Energiestandards, weshalb oft zusätzliche Dämmmaßnahmen notwendig sind. Dies sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Welche Ziegel sind kostengünstiger?

In Bezug auf die Kosten sind Betonsteine in der Regel günstiger als klassische Tonziegel. Allerdings relativiert sich dieser Unterschied oft durch die längere Lebensdauer und den geringeren Wartungsaufwand hochwertiger Materialien.

Wie lange halten Ziegelhäuser?
Bei guter Bauweise mehrere Jahrzehnte bis über 100 Jahre. Ziegelhäuser selbst gelten als äußerst langlebig und können bei fachgerechter Bauweise problemlos mehrere Generationen überdauern.

Was ist günstiger: Betonstein oder Tonziegel?
Betonsteine sind meist günstiger, Tonziegel langlebiger.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR / Foto: Pixabay / CCO Public Domain / reksik004

Weitere Informationen über Ziegel udn Ziegelsteine finden Sie in den nachstehenden Blogartikeln!

 

 

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