Die Gestaltung von Dachflächen als ökologisch wertvolle Biotope
Dach: Versiegelte Flächen prägen weite Teile der Städte und Siedlungsräume – mit Folgen für das Klima, die Artenvielfalt und den Wasserhaushalt. Laut Bundesumweltamt sind knapp die Hälfte der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland durch Bebauung, Pflasterungen oder Asphaltierungen so befestigt, dass sie kaum Wasser aufnehmen können. Angesichts zunehmender Hitzewellen und extremer Wetterereignisse rücken Begrünungskonzepte stärker ins Blickfeld: Insbesondere Dachflächen bieten großes Potenzial für eine ökologische Aufwertung – auch nachträglich und verbunden mit einem mehrfachen Nutzen.
Mehr Grün in die Stadt holen
Gründächer verbessern den sommerlichen Wärmeschutz in urbanen Räumen, speichern Regenwasser und entlasten somit die Kanalisation bei Starkregen. Zudem entstehen auf diese Weise neue Lebensräume für vielfältige Tier- und Pflanzenarten. Vor allem Flachdächer auf Wohn- oder Gewerbebauten, aber selbst Garagen- und Carportdächer eignen sich für diesen Zweck. Wichtig dabei: Die Ausführung sollte grundsätzlich durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen, um eine dauerhafte Funktionalität zu gewährleisten. Je nach Ausführung unterscheidet sich der Aufbau und Pflegeaufwand eines Gründachs. Die sogenannte extensive Begrünung ist besonders pflegearm und setzt auf widerstandsfähige Pflanzen, die sich weitgehend selbst versorgen. Intensive Dachbegrünungen gehen darüber hinaus: Sie ermöglichen gärtnerisch gestaltete Flächen mit Stauden, Gehölzen oder auch Aufenthaltsbereichen. Voraussetzung ist in jedem Fall eine ausreichende Tragfähigkeit des Daches sowie ein entsprechender Unterbau mit geeigneter Abdichtung.
Kleinflächen kommen groß raus
Ein weiterer Ansatz ist die naturnahe Gestaltung von Dachflächen als ökologisch wertvolle Biotope. Durch variierende Substratstärken, heimische Pflanzenarten und die Integration von Strukturelementen wie Totholz oder Steinlinsen entstehen artenreiche Lebensräume. Diese Art der Begrünung trägt in besonderem Maße zum Erhalt der Biodiversität bei und unterstützt bestäubende Insekten wie Wildbienen oder Schmetterlinge. Klein, aber ebenfalls fein sind Dachbegrünungen auf Garagendächern, Carports oder Gartenhäusern. Hersteller bieten dafür Systemlösungen in Form von speziellen Kleinflächenpaketen, die eine einfache, aber wirkungsvolle Umsetzung ermöglichen. Tipp: Viele Kommunen honorieren die positiven Effekte, die Gründächer bewirken mit finanziellen Förderungen oder Ermäßigungen bei den Abwassergebühren.
Fazit
Große Flächen im urbanen Bereich sind versiegelt und dicht bebaut. Das führt zu Hitzeinseln an heißen Tagen und kann wiederum bei Starkregen die Kanalisation überfordern. Gründächer hingegen verbessern den sommerlichen Wärmeschutz, speichern Regenwasser und entlasten somit die Kanalisation bei Starkregen. Zudem entstehen auf diese Weise neue Lebensräume für vielfältige Tier- und Pflanzenarten. Vor allem Flachdächer auf Wohn- oder Gewerbebauten sind gut für eine Begrünung geeignet. Die Ausführung sollte grundsätzlich durch qualifizierte Fachkräfte erfolgen.
Quelle: Paul Bauder GmbH & Co. KG, Stuttgart
Foto: djd/Paul Bauder
