Holzschaum: Nachhaltiger Torfersatz für Blumenerden
Gartenpflege: Holzschaum ist ein innovativer Werkstoff der nachhaltigen Materialentwicklung. Ursprünglich als ökologische Alternative zu klassischen Dämmstoffen entwickelt, zeigt er auch im Gartenbau beeindruckendes Potenzial: Seine Struktur, sein geringes Gewicht und seine gute Wasserspeicherfähigkeit machen ihn zu einem idealen Ausgangsstoff für Kultursubstrate und Blumenerden – und damit zu einer klimafreundlichen, zukunftsfähigen Option, um Torf zu ersetzen.
Vom ökologischen Dämmstoff zum vielseitigen Naturmaterial: Holzschaum findet heute bereits in zahlreichen Bereichen Anwendung, etwa
- als nachhaltiges Dämmmaterial,
- als Zwischenlage in Möbelplatten,
- als Füllmaterial in Türen,
- oder als Ersatz für erdölbasierte Schaumstoffe.
Seine besonderen Materialeigenschaften eröffnen jedoch auch im Gartenbau neue Perspektiven. Als Torfersatzstoff verbindet Holzschaum ökologische Vorteile mit hoher technischer Leistungsfähigkeit – eine Kombination, die ihn zu einem vielversprechenden Baustein für nachhaltige Substratlösungen macht.
Rohstoffeffiziente Herstellung aus Nadelholz
Der Holzschaum lässt sich sowohl aus nachhaltig gewonnenem Nadelholz als auch aus Alt- und Restholz herstellen. Die Herstellung erfolgt in mehreren Schritten:
- Zermahlen des Holzes bei hohem Wassergehalt zu feinen Fasern.
- Aufbereitung zu einer zähflüssigen Masse, die die Basis für den späteren Schaum bildet.
- Aufschäumen durch Zugabe von denaturierenden Additiven – dadurch entsteht die charakteristische, luftige Struktur.
- Schonende Trocknung, bei der die natürlichen Bindekräfte des Holzes den Schaum stabilisieren.
Aus einem Kubikmeter Holz entstehen so 14 Kubikmeter Holzschaum.
Holzschaum – ein deutlicher Effizienzvorteil gegenüber vielen anderen Materialien
Holzschaum bringt zahlreiche Eigenschaften mit, die ihn zu einem geeigneten Ausgangsstoff für torffreie Kultursubstrate und Hobbyerde machen:
100 % kompostierbar und recyclebar: Der Schaum besteht vollständig aus Holz und kann problemlos in natürliche Stoffkreisläufe zurückgeführt werden.
Frei von synthetischen Bindemitteln: Es werden keine chemischen Zusätze benötigt – ein Plus für Umwelt und Gesundheit.
Geringe Stickstoffimmobilisierung: Ähnlich wie Holzfasern wird Holzschaum biologisch abgebaut, zeigt jedoch – abhängig von der Dichte – eine noch geringere Stickstoffbindung. Das verbessert die Nährstoffverfügbarkeit im Substrat.
Optimale Wasserspeicherung: Die Porenstruktur lässt sich gezielt anpassen. So kann der Holzschaum optimal auf die Anforderungen verschiedener Kultursubstrate und Hobbyerden abgestimmt werden.
In torffreien Substraten liegt der Holzschaumanteil je nach Rezeptur zwischen 25 % und 35 %.
Entwickelt wurde der innovative Schaumstoff vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung (WKI). Ab 2028 wird mit einer großtechnischen Verfügbarkeit gerechnet. Bereits heute können ausgewählte Partner erste Versuchsmengen für Testzwecke erhalten.
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V
Foto: Stender GmbH

