Wärmepumpe springt nicht an: Diagnose von Startproblemen im Winter
Wärmepumpe: An einem kalten Januarmorgen bleiben die Heizkörper kühl, und am Außengerät der Wärmepumpe rührt sich nichts. Solche Startprobleme häufen sich in der Heizperiode, weil die Anlage dann lange unter hoher Last arbeitet und kleine Schwächen sichtbar werden. Viele Ursachen sind harmlos und lassen sich mit etwas Geduld selbst eingrenzen. Andere gehören in die Hände eines Fachbetriebs, etwa wenn der Kältekreis betroffen ist. Dieser Beitrag zeigt, in welcher Reihenfolge Hausbesitzer bei der Fehlersuche vorgehen sollten, was die Anzeige am Regler verrät und welche Vorbereitung im Herbst dafür sorgt, dass der Winter ohne kalte Räume verläuft.
Nicht jeder Stillstand ist eine Störung
Der Verdichter einer Wärmepumpe startet nach dem Abschalten nicht sofort wieder. Eine eingebaute Wartezeit schützt ihn vor zu häufigem Ein- und Ausschalten, und je nach Gerät dauert diese Sperre einige Minuten. Auch während des Abtauens wirkt die Anlage still, obwohl sie arbeitet. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen vereist der Verdampfer im Außengerät bei feuchtkalter Luft, und die Steuerung taut ihn in regelmäßigen Abständen ab. Dabei kann sichtbarer Dampf aus dem Gerät steigen, was viele Besitzer beim ersten Mal erschreckt. Ein dritter Grund sind Sperrzeiten des Netzbetreibers. Wer einen speziellen Wärmepumpentarif nutzt, hat meist zugestimmt, dass die Anlage zeitweise abgeschaltet oder gedrosselt werden darf. Die Details stehen im Stromvertrag.
Stromversorgung und Sicherungen zuerst kontrollieren
Bleibt die Anlage auch nach einer halben Stunde aus, lohnt der Gang zum Sicherungskasten. Wärmepumpen hängen oft an mehreren Stromkreisen, getrennt für Verdichter, Regelung und Heizstab. Hat ein Schutzschalter ausgelöst, bleibt das Display manchmal dunkel, oder die Regelung meldet einen Fehler im Außengerät. Löst die Sicherung nach dem Wiedereinschalten erneut aus, ist eine Elektrofachkraft gefragt.
Die Fehleranzeige am Regler liefert die wichtigsten Hinweise
Moderne Geräte speichern Störungen mit einem Code und oft mit Datum und Uhrzeit. Diese Historie ist bei der Diagnose wertvoller als die aktuelle Meldung, weil sie zeigt, ob ein Problem einmalig war oder regelmäßig wiederkehrt. Einheitlich sind die Codes leider nicht. Vaillant, Viessmann, Bosch, Daikin und Mitsubishi verwenden jeweils eigene Kürzel, und dieselbe Nummer kann bei zwei Marken etwas völlig anderes bedeuten.
In der Bedienungsanleitung steht meist nur eine knappe Tabelle. Eine Übersicht der Fehlercodes von Wärmepumpen nach Hersteller bietet beispielsweise Instalpunt. Für den Termin mit dem Fachbetrieb sollten Hausbesitzer den Fehlercode, den Zeitpunkt der Störung und die Außentemperatur notieren, damit sich die Ursache leichter eingrenzen lässt.
Diese Störungen treten im Winter besonders häufig auf
Bestimmte Fehlerbilder tauchen in der kalten Jahreszeit bei fast allen Herstellern auf, wenn auch unter verschiedenen Nummern.
1. Durchflussfehler. Im Heizkreis fließt zu wenig Wasser, etwa weil der Wasserdruck unter den Sollwert gefallen ist, ein Schmutzfänger zugesetzt ist, Luft im System steckt oder ein Ventil geschlossen wurde.
2. Hochdruckstörung. Die Wärme wird nicht schnell genug abgegeben, häufig weil zu viele Heizkreise gleichzeitig zugedreht sind.
3. Niederdruckstörung. Der Verdampfer bekommt zu wenig Wärme, zum Beispiel bei vereistem oder zugeschneitem Außengerät. Auch ein Kältemittelverlust kommt infrage.
4. Fühlerfehler. Ein Temperaturfühler liefert unplausible Werte, oft wegen Feuchtigkeit im Stecker oder eines beschädigten Kabels.
5. Abtaufehler. Das Abtauen dauert zu lange oder gelingt nicht, weil das Tauwasser nicht abfließen kann.
Die beiden Druckstörungen sperren die Anlage meist so lange, bis jemand sie quittiert. Ein einmaliges Zurücksetzen ist vertretbar. Kehrt die Meldung zurück, besteht die Ursache weiter und muss gefunden werden.
Ein zugeschneites Außengerät bekommt zu wenig Luft
Das Außengerät braucht einen freien Luftstrom. Liegt Schnee vor dem Ansauggitter oder Laub in den Lamellen, steigt das Risiko für Niederdruck- und Abtaufehler. Schnee lässt sich vorsichtig mit einem Besen entfernen. Eis an den Lamellen sollte niemand abschlagen, da sich die dünnen Rippen leicht verbiegen.
In ihren Hinweisen zu Betrieb und Aufstellung einer Wärmepumpe empfiehlt die Verbraucherzentrale, das Gerät auf einen Sockel zu stellen und die Gebläseöffnungen frei zugänglich zu halten. Ein Sockel schafft Abstand zu Schnee am Boden und lässt Tauwasser ablaufen, bevor es direkt unter dem Gerät gefriert.
Ein gefrorener Tauwasserablauf führt zu wachsendem Eis
Gefriert der Kondensatablauf, staut sich das Tauwasser in der Wanne des Außengeräts, und beim nächsten Abtauen wächst das Eis in die Lamellen hinein. Viele Geräte besitzen deshalb eine elektrische Begleitheizung im Ablauf. Fällt sie aus, zeigt sich das erst bei Dauerfrost. Ein Kontrollblick nach einer kalten Nacht verrät, ob unter dem Gerät ein Eiskegel entsteht.
Der Heizstab hält das Haus warm und verdeckt den Fehler
Viele Anlagen haben einen elektrischen Heizstab als Reserve. Er springt ein, wenn die Wärmepumpe gestört ist, und das Haus bleibt warm. Die Störung fällt dann womöglich erst mit der Stromabrechnung auf. Viele Regler zeigen getrennt an, wie viele Betriebsstunden auf Verdichter und Heizstab entfallen. Wächst der Anteil des Heizstabs auffällig, lohnt eine Prüfung.
Heizkurve und Zeitprogramme als unterschätzte Ursache
Manche Startprobleme sind eine Einstellungsfrage. Eine zu steile Heizkurve verlangt hohe Vorlauftemperaturen, und die Anlage schaltet häufiger wegen Hochdruck ab. Bei einer zu flachen Kurve springt sie dagegen selten an, und die Räume kühlen aus. Auch ein aktiver Urlaubsmodus oder ein vergessener Sommerbetrieb erklären manchen Stillstand im November. Die Kurve sollte deshalb nur in kleinen Schritten verändert werden.
Am Kältekreis arbeitet nur der Fachbetrieb
Alles, was den Kältekreis betrifft, ist Sache von zertifiziertem Fachpersonal. Dazu zählen wiederkehrende Druckstörungen, ein vermuteter Kältemittelverlust und ungewohnte Geräusche aus dem Verdichter. Auch Arbeiten an der Elektrik im Inneren des Geräts gehören nicht in Laienhand. Für das Gespräch mit dem Kundendienst sind folgende Angaben hilfreich:
- Fehlercode und Zeitpunkt aus der Störungshistorie
- Außentemperatur und Wetterlage beim Auftreten
- ob der Fehler nach dem Quittieren wiederkam und nach welcher Zeit
- Datum der letzten Wartung und kürzlich geänderte Einstellungen
Mit Wartung im Herbst lassen sich viele Winterstörungen vermeiden
Eine jährliche Wartung gehört zu den einfachsten Mitteln gegen Ausfälle in der Heizperiode. Was dabei geprüft wird und wie sich der Verbrauch im Alltag senken lässt, erklärt der Ratgeber zum Stromverbrauch einer Wärmepumpe pro Tag. Vor dem ersten Frost lohnt es sich zudem, das Außengerät von Laub zu befreien, den Tauwasserablauf zu prüfen und den Anlagendruck als Vergleichswert zu notieren.
Ergänzende Heiztipps für die kalte Jahreszeit helfen, die Räume gleichmäßig zu temperieren, damit die Anlage ruhig arbeitet.
Fazit: Ruhig vorgehen und Daten sammeln
Springt die Wärmepumpe im Winter nicht an, steckt oft eine harmlose Ursache dahinter, etwa die Wartezeit des Verdichters, das Abtauen oder eine Sperrzeit. Danach folgen Sicherungen, ein zugesetztes Außengerät und Einstellungen am Regler. Der Fehlercode zeigt die Richtung der Suche. Sobald der Kältekreis betroffen ist, übernimmt der Fachbetrieb, und notierte Angaben verkürzen dessen Einsatz.
Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pexels / alpha innotec
Weiterführende Artikel und Informationen finden Sie in unseren Blogartikeln und in unserem Hauptartikel "Wärmepumpen Ratgeber – Funktionsweise, Kosten, Förderung und Einsatz im Überblick"
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