Swimmingpool

Gartenpools beim Hausbau mitplanen: Technik, Statik und Genehmigung gleich mitdenken

Swimmingpool: Ein eigener Pool im Garten ist für viele Bauherren ein Wunschtraum. Wer ihn allerdings erst Jahre nach dem Hausbau verwirklicht, stellt oft schnell fest, dass etwa die Leitungsführungen oder das Geländeprofil nicht optimal vorbereitet sind. Werden die Themen frühzeitig aufgegriffen, lassen sich Bauabläufe besser abstimmen, Kosten transparenter planen und nachträgliche Eingriffe in bestehende Strukturen vermeiden.

Genehmigungen und rechtlichen Rahmen früh klären

Ob ein Pool genehmigungsfrei gebaut werden kann, hängt von Bundesland zu Bundesland und von Größe, Lage und Ausführung des Schwimmbeckens ab. Die meisten Landesbauordnungen erkennen Pools bis zu einem gewissen Volumen als verfahrensfrei an, dennoch können auch Abstandsflächen, örtliche Bebauungspläne oder wasserrechtliche Aspekte Berücksichtigung finden. Insbesondere an Hanglagen oder bei Eingriffen in tragende Bodenschichten kann eine statische Berechnung erforderlich werden.
Bauherren sollten gleich zu Beginn folgende Punkte abklären:

  • Gilt eine Genehmigungsfreiheit oder muss ein Bauantrag gestellt werden?
  • Sind Mindestabstände zu Nachbargrundstücken einzuhalten? Müssen Entwässerung oder Überlauf an bestehende Systeme angeschlossen werden?
  • Gibt es Vorschriften zur Einfriedung oder Sicherung?

 Die frühzeitige Abstimmung mit Architekt, Bauleiter und auch dem Bauamt verringert die Planungsrisiken.

Erdarbeiten, Statik und Bodenbeschaffenheit

Ein Gartenpool ist kein bloßes Ausstattungselement, sondern ein Baukörper, der über lange Zeit Lasten aufnimmt. Das Wasser erzeugt enormen Druck auf Bodenplatte und Wände. Kälte und Wärme bewirken Temperaturwechsel, der Untergrund erfährt Setzungsbewegungen.

Der Neubau hat den Vorteil, daß die Erdarbeiten ohnehin anstehen. Aushub, Verdichtung und Gründung können koordiniert werden. Muss der Pool später errichtet werden, so sind meist erneute Baustelleneinrichtungen und Maschinenanfahrten nötig, zusätzliche Bodenarbeiten kommen dazu.

Wichtige Probleme:
• Tragfähigkeit des Bodens,
• Grundwasserstand,
• Hangdruck bei geneigtem Gelände,
• Drainagesysteme zum Abführen von Sickerwasser.

Vor allem bei schwierigen Bodenverhältnissen wird eine geotechnische Einschätzung dringend angeraten. Fehler in der Gründung zeigen sich oft erst Jahre später und kosten dann viel Geld.

Technische Integration in die Haustechnik

Ein Pool benötigt Strom für Pumpen, Filteranlagen, Beleuchtung. Ebenfalls in den Plan einfließen sollte eine eventuell benötigte Heizung etwa über Wärmepumpe, Solarthermie oder Anbindung an bestehende Heizsysteme. Wird der Pool gleich zu Projektbeginn mitgeplant, können Leerrohre, Stromleitungen und Wasseranschlüsse gleich mitgedacht werden.

Energieeffizienz wird auch hier ein immer wichtigeres Thema. Eine Kombination mit Photovoltaik oder einer bestehenden Wärmepumpe kann die Betriebskosten spürbar senken. Technisch sinnvoll ist auch eine gute Lage des Technikraums, sodass die Leitungswege kurz und große Wartungsarbeiten nicht nötig sind.

Über viele verschiedene Bauarten und Systeme informieren die Anbieter von Gartenpools und bieten einen Überblick über verschiedene Konstruktionen und technische Konzepte. Für Bauherren ist wichtig, dass diese Systeme in die Gesamtplanung des Hauses mit eingeplant werden.

 

Entwässerung und Wasserführung

Neben der Frage der Befüllung spielt auch die Ableitung des Überlaufes eine wichtige Rolle. Starkregenereignisse nehmen zu. Deshalb muss auch geprüft werden, wie und wohin das Oberflächenwasser vom Beckenrand abgeleitet wird und ob ein Anschluss an die Grundstücksentwässerung vorgesehen ist.
Zu beachten ist z. B.

• Das Rückspülwasser aus der Filteranlage
• Der Überlauf bei Starkregen
• Die Winterentleerung
• Der Schutz der angrenzenden Bauteile vor Durchfeuchtung

 Eine fachgerechte Planung vermeidet Schäden an Fundamenten und Terrassenflächen.

Sicherheit und Dauerhaftigkeit

Ein Pool ist eine lange bleibende Einrichtung, die die Nutzung des Gartens für Jahre und Jahrzehnte beeinflusst. Zugänge, Sichtachsen und Bewegungsflächen sind schon im Lageplan zu berücksichtigen. In Haushalten mit Kindern wird man sich auch über Schutzmaßnahmen, z. B. Abdeckungen oder Einzäunungen, Gedanken machen müssen.

Nicht zu vergessen ist die spätere Wartung. Technikräume müssen groß genug dimensioniert sein, Filteranlagen erreichbar sein, Wartungsintervalle realistisch kalkuliert werden.

Wer beim Bau seines Hauses schon an folgende Fragen denkt, hat woanders weniger Kompromisse zu machen:
• Wohin mit der Technik?
• Wie wird die saisonale Abdeckung geschehen?
• Ist die Terrasse statisch auf angrenzende Wasserlasten abgestimmt?
• Ist genug Bewegungsfläche im Garten übrig geblieben?

Wirtschaftlichkeit

Ein Pool ist eine Investition, die neben den Baukosten auch laufende Betriebskosten verursacht. Werden Bau, Technik und Energieversorgung frühzeitig aufeinander abgestimmt, ergeben sich meist Synergieeffekte. Erdarbeiten können kombiniert werden, Leitungswege werden gebündelt und technische Schnittstellen werden besser gelöst.

Im Gegensatz zu nachträglicher Installation entstehen weniger Mehrkosten durch Rückbau und Umplanung. Außerdem kann die Wertigkeit der Immobilie steigen, wenn Planung und Ausführung hochwertig und mit Langlebigkeit angelegt ist. Detaillierte Hinweise zur Berechnung des Energieverbrauchs und zu typischen Betriebskosten eines privaten Pools bietet der Beitrag „Eigener Pool: So berechnen Sie die Stromkosten richtig“ von LogoEnergie.

Ausblick für den Bauherrn

Wer den Poolgedanken erst dann aufnimmt, nachdem das Haus schon fertig ist, muss sich meist mit baulichen Einschränkungen abfinden. Wird jedoch das Becken von Anfang an in Architektur, Haustechnik und Grundstücksgestaltung integriert, ergibt sich ein stimmiges Gesamtkonzept.

Eine sorgfältige Abstimmung zwischen Architekt, Fachplanern und Poolanbietern sorgt dafür, dass Technik, Statik und Genehmigungen sauber ineinandergreifen. So wird aus einem nachträglichen Zusatzprojekt ein integrativer Bestandteil der Hausplanung, der funktional wie wirtschaftlich überzeugt.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR

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