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Ein Haus räumen: So behalten Eigentümer den Überblick

Junge Frau umgeben von Pappkartons

Hausräumung: Ein Haus zu räumen ist umfangreicher als das Leeren einer einzelnen Wohnung. Keller, Dachboden, Garage und manchmal ein Gartenhaus haben sich über Jahrzehnte gefüllt, und oft weiß niemand mehr genau, was in den hinteren Regalen steht. Wenn ein Verkauf, ein Generationenwechsel oder ein Auszug ansteht, kommt Zeitdruck dazu, weil Käufer, Verwaltung oder die eigenen Handwerker bereits einen Termin im Kopf haben. Mit einer festen Reihenfolge bleibt die Fläche beherrschbar. Es empfiehlt sich, zuerst Papiere und Erinnerungsstücke zu sichern. Danach lässt sich in Ruhe entscheiden, was die Familie behält, was weitergegeben wird und was entsorgt werden muss.

Erster Schritt: Unterlagen und Erinnerungsstücke sichern

Bevor die ersten Möbel aus dem Haus getragen werden, sollten Sie Papiere und persönliche Gegenstände in Ruhe heraussuchen. In einem bewohnten Haus liegen Kontoauszüge, Verträge und Fotos selten an einem Ort. Bei einer hektischen Räumung sortieren Helfer solche Blätter leicht zum Altpapier.

Es empfiehlt sich, folgende Unterlagen in einem eigenen Karton zu sammeln und diesen Karton außerhalb der Räume aufzubewahren, die als Erstes geleert werden:

  • Grundbuchauszug, Kaufvertrag und Unterlagen zur Gebäudeversicherung
  • Verträge zu Heizung, Strom, Wasser und Schornsteinfeger
  • Vollmachten, Testamente und persönliche Dokumente der Bewohner
  • Fotos, Briefe und Gegenstände, über die sich die Familie einigen möchte

Solange ein Konto, eine Versicherung oder der Verkauf läuft, sollten Sie die dazugehörigen Belege behalten. Die allgemeine Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und gibt Ihnen einen Orientierungswert für private Unterlagen. Sie können Fotos zu einem späteren Zeitpunkt sortieren. Am Tag der Räumung genügt es, dass Sie diese Stücke sicher verwahrt haben.

Keller, Dachboden und Garage von Anfang an einplanen

Die Wohnfläche ist nur ein Teil der Aufgabe. Keller, Dachboden, Garage und ein Geräteschuppen gehören in dieselbe Planung, weil sie oft genauso voll sind wie die Wohnräume und bei der Übergabe mit geprüft werden.

Sie sollten diese Nebenflächen vor dem ersten Räumtag begehen und notieren, was dort steht. Farbeimer, Autoreifen, alte Elektrogeräte und loses Holz gehören zur Schadstoffsammlung oder zum Wertstoffhof. Es lohnt sich, die Mengen grob zu schätzen, bevor Sie einen Entsorgungstermin oder einen Betrieb anfragen. Eine Schätzung nach dem Augenschein reicht für das erste Gespräch. Sie sollten Werkzeug, das noch jemand in der Familie nutzt, vor diesem Termin heraussuchen. Die übrigen Etagen können Sie danach nacheinander leeren, damit die Wege frei bleiben und niemand volle Räume ein zweites Mal betreten muss.

Sie sollten die Zählerstände von Strom, Gas und Wasser an dem Tag notieren, an dem Sie das Haus noch betreten dürfen. Sie sollten Verträge mit Versorgern und dem Schornsteinfeger erst kündigen, wenn der Übergabetermin feststeht, damit das Haus bis dahin beheizt und versichert bleibt. Sie sollten Schlüssel für Keller, Garage und Briefkasten sammeln und beschriften, weil bei der Übergabe jedes Schloss geprüft wird.

Wichtige Hinweise zur Entsorgung auf dem Grundstück

Sobald feststeht, was die Familie behält, können Sie die Entsorgung planen. Gemeinden regeln Sperrmüll, Wertstoffhof und Container unterschiedlich. Sie erfahren Termin, erlaubte Menge und die Annahmestellen beim örtlichen Entsorgungsbetrieb, und diese Auskunft gilt für Ihre Adresse.

Große Möbel können Sie in der Regel als Sperrmüll anmelden oder in einen Container geben, den ein Betrieb stellt. Folgende Gegenstände sollten Sie getrennt zum Wertstoffhof oder zur Schadstoffsammlung bringen:

  • Farben, Lacke, Verdünnung und leere Farbdosen
  • Kühlgeräte, Bildschirme und andere Elektrogeräte
  • Reifen, Batterien und Leuchtmittel
  • Öle, Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien aus Garage oder Keller

Sie sollten diese Stoffe abgegeben haben, bevor der letzte Räumtag endet. Wenn Helfer sie in den Restmüll geben oder an den Straßenrand stellen, kann die Gemeinde ein Bußgeld verhängen. Wenn Keller, Dachboden und Wohnräume zusammen die eigenen Möglichkeiten übersteigen, können Sie das Haus räumen lassen. Sie sollten vor der Beauftragung auf eine Besichtigung, ein schriftliches Angebot und einen Nachweis über den Verbleib des Hausrats bestehen. Sie sollten außerdem festlegen, welche Räume der Betrieb leert und welche Schränke die Familie selbst ausräumt. Wenn nur noch wenige Möbel und ein einzelner Sperrmülltermin offen sind, können Sie diesen Termin selbst beim Entsorgungsbetrieb anmelden.

 

Worauf Sie bei der Übergabe achten sollten

Zum Abschluss prüft der Käufer oder die Verwaltung, ob das Haus leer und besenrein ist. Die andere Seite fordert in der Praxis nach, wenn im Keller Möbel zurückbleiben oder der Dachboden noch voll ist. Die Rückgabeklausel im Kaufvertrag oder im Mietvertrag legt fest, welchen Zustand erwartet wird.

Besenrein heißt im Alltag, dass Sie alle Gegenstände entfernt, die Böden gefegt und groben Schmutz beseitigt haben. Dieselbe Klausel regelt, ob mehr verlangt wird, etwa das Entfernen von Einbauten. Sie sollten die Klausel lesen, bevor Sie den Termin bestätigen.
Es empfiehlt sich, vor der Schlüsselübergabe jeden Raum, den Zählerstand und die leeren Nebenflächen zu fotografieren. Wenn Sie bei der Übergabe nicht dabei sein können, sollten Sie die Bilder zusammen mit dem Protokoll an die andere Seite schicken. Sie sollten die Aufnahmen aufbewahren, bis offene Zahlungen geklärt sind.

Den Termin mit der Familie abstimmen

Ein volles Haus wird überschaubar, wenn Sie Geschwister und den Käufer früh einbinden. Sie sollten den Räumtag so legen, dass Entsorgung und Schlüsselübergabe in derselben Woche liegen. Energieverträge und Versicherungen laufen weiter, solange das Haus noch auf Ihren Namen steht. Mit einer frühen Absprache bleibt der Termin verlässlich, und niemand steht am letzten Tag vor einem vollen Keller.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pexels / RDNE Stock project

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