Solarstrom senkt die Energiekosten der Verbraucher trotz Behinderung durch die Bundesregierung

Die Strompreise können auch sinken

Energiepolitik: Der Ausbau der Solarenergie senkt die Stromkosten in Deutschland inzwischen um Milliardenbeträge. Ohne die heute erreichten rund 20 Prozent Solarstrom im deutschen Strommix wären die Börsenstrompreise 2025 nach Berechnungen des Energieberatungsunternehmens Enervis im Durchschnitt rund 20 Prozent höher ausgefallen. Insgesamt verringerte Photovoltaik die Strombeschaffungskosten für Verbraucher, Gewerbe und Industrie demnach um rund 15,7 Milliarden Euro.

Eindeutige Ergebnisse der Studie von Enervis

Auch Stromkundinnen und Stromkunden ohne eigene Solaranlage profitieren von diesem preisdämpfenden Effekt. Nach den Berechnungen von Enervis lag die rechnerische Entlastung eines typischen Privathaushalts 2025 bei knapp 100 Euro. Ein Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von zehn Gigawattstunden hätte ohne Photovoltaik im Strommix rund 235.000 Euro höhere Strombeschaffungskosten tragen müssen.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des auf die Energiewirtschaft spezialisierten Beratungsunternehmens Enervis im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar).

 

Photovoltaik dämpft spürbar die Strompreise für Haushalte und Unternehmen

„Auch wer keine eigene Solaranlage besitzt, profitiert vom Ausbau der Solarenergie“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Photovoltaik dämpft inzwischen spürbar die Strompreise für Haushalte und Unternehmen. Die Studie zeigt, dass der wirtschaftliche Nutzen des Solar-Ausbaus weit über die Betreiber von Solaranlagen hinausreicht. Die staatliche Solarförderung zahlt sich damit schon heute aus. Sie entlastet alle Bürgerinnen und Bürger und stärkt unsere Wirtschaft.“

Neben den vermiedenen Strombeschaffungskosten von 13,1 Milliarden Euro weist die Studie für 2025 Erlöse aus dem Export von Solarstrom in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro aus. Aus der preisdämpfenden Wirkung am Großhandelsmarkt und zusätzlichen Exporterlösen ergibt sich für 2025 ein wirtschaftlicher Wert der Photovoltaik von rund 15,7 Milliarden Euro. Damit lag dieser mehr als 40 Prozent über den EEG-Förderkosten für Photovoltaik.

Nicht berücksichtigt sind dabei nach Angaben der Studienautoren weitere volkswirtschaftliche Effekte, darunter vermiedene Klimaschadenskosten durch geringere Treibhausgasemissionen.

Zieht Frau Reiche endlich die Konsequenzen aus ihrer verfehlten Energiepolitik?

Aus Sicht des BSW-Solar ergeben sich aus den Studienergebnissen auch Konsequenzen für die aktuelle Energiepolitik. Der Verband appelliert an Bundesregierung und Bundestag, bei der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem geplanten „Netzpaket“ auf Einschnitte zu verzichten, die den weiteren Ausbau der Solarenergie ab 2027 deutlich bremsen könnten.

„Wer den Solar-Ausbau bremst, riskiert nicht nur die Klimaziele, sondern auch einen wichtigen preisdämpfenden Faktor am Strommarkt“, erklärt Körnig. „Deutschland braucht weiterhin einen kraftvollen Ausbau der Photovoltaik und zugleich deutlich mehr Speicher und Flexibilität im Stromsystem.“

Ein beschleunigter Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätsoptionen könnte die Kosten des Stromsystems zusätzlich senken. Auf ein Entlastungspotenzial in Milliardenhöhe für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie den Bundeshaushalt hatte bereits im Frühsommer eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE hingewiesen.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V.
Foto: Pexels / Rafael Minguet Delgado