Tipps zum Energiesparen

Haushalte in der Grundversorgung könnten rund sieben Milliarden Euro einsparen

Die Grundversorgung ist die teuerste Stromversorgung in Deutschland

Energie / Energiesparen: Diese Bequemlichkeit kann teuer werden: Wer sich bei der Lieferung von Strom und Gas nicht selbst um einen günstigen und passenden Tarif kümmert, muss mit der sogenannten Grundversorgung vorliebnehmen. Was hat es damit auf sich? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist die Grundversorgung bei der Stromlieferung?

Wer sich beispielsweise nach einem Umzug nicht selbst um einen guten Stromtarif kümmert, landet automatisch in der sogenannten Grundversorgung. Der Grundversorger ist immer dasjenige Unternehmen, das vor Ort in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kundinnen und Kunden beliefert. Oft, aber nicht immer, sind das die örtlichen Stadtwerke.

Wie viele Haushalte in Deutschland befinden sich in der Grundversorgung?

Die Bundesnetzagentur hat die neuesten Zahlen veröffentlicht: 2024 befanden sich im vergangenen Jahr 23 Prozent der Haushalte, also fast ein Viertel, in der Grundversorgung. Bei knapp 50 Millionen Haushalten in Deutschland sind demnach etwa zwölf Millionen in der Grundversorgung. Das zeigt: Wer erst einmal in der Grundversorgung steckt, bleibt oftmals auch dort – trotz höherer Preise. Dabei könnte man schon durch einen Wechsel in einen anderen Tarif oftmals viel Geld sparen.

 

Wie viel kann man durch das Verlassen der Grundversorgung sparen?

Allein 2024 konnten deutsche Haushalte durch einen Vertrags- oder Lieferantenwechsel bei Strom und Gas rund 2,2 Milliarden Euro an Energiekosten einsparen. Auch der Ökostromanbieter LichtBlick hat die Preisunterschiede zwischen der Grundversorgung und den Stromtarifen anderer Versorger geprüft: Demnach sind die Grundversorgungstarife für einen Haushalt im Schnitt jährlich 600 bis 800 Euro teurer als vergleichbare Angebote des Wettbewerbs. Alle Haushalte, die in der Grundversorgung sind, könnten durch einen Wechsel insgesamt rund sieben Milliarden Euro einsparen.

Warum ist die Grundversorgung gerade für einkommensschwache Familien ein Problem?

Einkommensschwächere Haushalte müssen einen vergleichsweise hohen Anteil ihres Einkommens für die Energieversorgung ausgeben. Gerade solche schutzbedürftigen Haushalte sind oftmals in der Grundversorgung und müssen tiefer in die Tasche greifen, als es notwendig wäre. Eine Konsequenz: Die Grundversorger sind für die meisten aller Stromsperren verantwortlich. Ata Mohajer von LichtBlick beispielsweise fordert daher: "Die Grundversorgung muss künftig auf ihre Kernfunktion der Notsicherung reduziert und – wie zum Beispiel in Österreich – wettbewerblich organisiert werden. Damit können insbesondere einkommensschwache Haushalte entlastet werden.

Quelle: LichtBlick SE, Hamburg
Foto: Pixabay / Fotorech