Energieautarkie im Eigenheim: Wie Hausbesitzer ihren Solarstrom effizient nutzen können
Solarenergie: Immer mehr Bauherren und Hauseigentümer beschäftigen sich mit der Frage, wie sie ihren eigenen Energiebedarf optimieren können. Angesichts steigender Strompreise und dem Wunsch nach größerer Unabhängigkeit von öffentlichem Stromnetzen werden auch Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern zunehmend populär. Allerdings reicht eine alleinstehende Solaranlage oft nicht aus, um den selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen.
Ein Großteil der erzeugten Solarenergie steht tagsüber zur Verfügung, während viele Haushalte ihren Strombedarf abends ansetzen. Hier kommen moderne Speicherlösungen ins Spiel, die der Überproduktion des Stroms sozusagen entgegenwirken und diese zur späteren Nutzung bereitstellen.
Eigenverbrauch als Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit
Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom abhängig vom Sonnenstand, vom Wetter und von der Jahreszeit. Während der Produktion kommt ein Teil dieser Energie in den meisten Haushalten direkt zum Verbrauch, etwa durch Haushaltsgeräte oder Wärmepumpen. Ohne zusätzliche Speichertechnik wird jedoch auch ein großer Teil der erzeugten Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Bedeutung des Eigenverbrauches ist für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage von großer Bedeutung. Je mehr Strom man selbst erzeugt und im eigenen Haushalt verbraucht, desto weniger muss man aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen. Die Eigenverbrauchsquote liegt typischerweise ohne Speicher bei 20 bis 40 Prozent.
Durch den Einsatz eines PV Speicher kann der Eigenverbrauch deutlich gesteigert werden. Der tagsüber erzeugte Strom wird gespeichert und steht dann später wieder zur Verfügung.
Funktion eines Stromspeichers
Ein Batteriespeicher speichert die überschüssige Energie der Photovoltaikanlage und gibt diese bei Bedarf wieder ab. Technisch gesehen besteht ein solches System in der Regel aus:
• einer Batterieeinheit zum Speichern der Energie,
• einem Wechselrichter zum Wandeln zwischen Gleichstrom und Wechselstrom und
• einer Steuerungseinheit zum Regeln der Energieflüsse.
Tagsüber lädt sich der Speicher automatisch auf; wenn die Sonne weniger Strom liefert, abends zum Beispiel, wird die gespeicherte Energie im Haushalt genutzt. Moderne Speichersysteme arbeiten mit Lithium-Ionen-Technologie. Diese Batterien haben hohe Ladezyklen, gute Wirkungsgrade und kompakte Bauweisen. Für viele Einfamilienhäuser sind Speicher mit 5 bis 10 Kilowattstunden üblich.
Kombination mit moderner Haustechnik
Nutzen bringen die Speicher besonders, wenn mehrere stromintensive Systeme im Haus verbunden werden, also Wärmepumpen, elektrisch betriebene Autos oder die elektrische Warmwasserbereitung.
Ein Energiemanagementsystem kann den Stromverbrauch im Haushalt steuern. Das System erkennt, wann das Sonnenkraftwerk besonders viel Energie liefert, und schaltet die Verbraucher dann entsprechend ein. Beispielsweise kann die Wärmepumpe dann betrieben werden, wenn die Photovoltaikanlage hohe Leistungen abgibt.
Das Laden des Elektroautos lässt sich ebenfalls in solche Abläufe mit einbeziehen. Der Solarstrom kann direkt im eigenen Haus verwendet werden. Dadurch sinkt der Bedarf an Netzstrom.
Planung und Dimensionierung im Eigenheim
Häufig stellt sich für Hausbauer und Eigenheimbesitzer die Frage nach der richtigen Dimensionierung eines Stromspeichers. Faktoren, die für die Größenbestimmung entscheidend sind, sind:
• Größe der Photovoltaikanlage
• Stromverbrauch im Haushalt
• Stromverbraucher im Haushalt (z. B. Wärmepumpe, Wallbox usw.)
• gewünschter Grad der Eigenversorgung
Ein zu kleiner Speicher kann nur beschränkt überschüssigen Strom aufnehmen, ein zu großer Speicher wird nicht genügend ausgelastet werden. Gründliche Planung bringt hier eine ausgewogene Lösung. Unter Umständen kann auch der Bauplatz Abstriche machen müssen: Batteriespeicher werden in der Regel im Hauswirtschaftsraum, Keller oder technischen Nebenräumen platziert. Die Belüftung, der Platzbedarf und die nötigen elektrischen Anschlüsse sind dabei zu beachten.
Chancen und Grenzen der Energieautarkie
Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher können den Anteil selbst genutzter Energie erheblich erhöhen. In vielen Haushalten sind Eigenverbrauchsquoten von über 60 % erzielbar. Eine vollständige Unabhängigkeit vom Netzstrom ist jedoch kaum möglich, weil die Stromproduktion stark jahreszeitlichen und wetterbedingten Schwankungen unterworfen ist.
Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixabay / CCO Public Domain / MariaGodfrida
