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Schritte für eine Baumfällung: So gehen Sie sicher und richtig vor

Der Baum wurde nicht gefällt

Bauplanung: Ein Baum im eigenen Garten kann über Jahrzehnte hinweg Schatten spenden, das Grundstück verschönern und Lebensraum für Vögel bieten. Doch manchmal ist eine Fällung unvermeidlich – sei es wegen Sturmschäden, Krankheit oder weil der Baum zur Gefahr für Gebäude und Personen geworden ist.

Wer sich mit dem Thema Baumfällung beschäftigt, sollte strukturiert vorgehen, denn es gibt einiges zu beachten. Gerade bei Arbeiten rund um Haus und Grundstück lohnt es sich, vorab gut informiert zu sein. Die folgenden Schritte zeigen, wie eine Baumfällung von der Planung bis zur Entsorgung gelingt.

1. Die Situation beurteilen und den Baum begutachten

Bevor überhaupt eine Säge zum Einsatz kommt, steht die sorgfältige Beurteilung des Baumes an erster Stelle. Wie groß ist der Baum? In welche Richtung neigt sich die Krone? Gibt es Totholz oder Pilzbefall, der die Stabilität beeinträchtigt?

All diese Faktoren bestimmen, ob eine Fällung in Eigenregie überhaupt möglich ist oder ob ein Fachbetrieb hinzugezogen werden sollte. Ebenso wichtig ist die Umgebung: Stehen Gebäude, Zäune oder Stromleitungen in unmittelbarer Nähe, erhöht sich das Risiko erheblich. Eine ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist in dieser Phase entscheidend.

2. Rechtliche Grundlagen klären

In Deutschland unterliegt das Fällen von Bäumen in den meisten Kommunen einer Baumschutzsatzung. Abhängig von Baumart, Stammumfang und Standort kann es sein, dass Sie zunächst eine Baumfällgenehmigung beantragen müssen, bevor Sie mit den Arbeiten beginnen dürfen. Wer ohne die erforderliche Genehmigung einen geschützten Baum fällt, riskiert empfindliche Bußgelder.
Zudem gilt es, die gesetzlichen Fällzeiträume zu beachten: Laut Bundesnaturschutzgesetz ist ein starker Rückschnitt oder eine Fällung von Gehölzen in der Regel nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar erlaubt, um brütende Vögel zu schützen. Informieren Sie sich daher frühzeitig bei Ihrer zuständigen Gemeinde oder Stadtverwaltung über die konkreten Vorschriften.

3. Fachbetrieb beauftragen oder selbst fällen?

Bei kleineren Bäumen mit geringem Durchmesser und ausreichend Platz drumherum kann eine Fällung in Eigenregie durchaus machbar sein – vorausgesetzt, man verfügt über die richtige Ausrüstung und Erfahrung im Umgang mit der Motorsäge. Bei größeren oder schwierig stehenden Bäumen ist es jedoch deutlich sicherer und oft auch wirtschaftlicher, einen professionellen Baumpflegebetrieb mit der Aufgabe zu betrauen und einen Baum fällen zu lassen.
Fachbetriebe verfügen über geschultes Personal, Spezialgerät wie Hubarbeitsbühnen und Seilklettertechnik sowie die nötige Haftpflichtversicherung. So lassen sich auch komplizierte Fällungen in beengten Verhältnissen kontrolliert und sicher durchführen.

 

4. Sicherheitsvorkehrungen treffen

Unabhängig davon, ob Sie selbst zur Säge greifen oder einen Profi beauftragen, müssen grundlegende Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Dazu gehört persönliche Schutzausrüstung wie Schnittschutzhose, Helm mit Visier und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe sowie Handschuhe.

Der Gefahrenbereich rund um den Baum – mindestens der anderthalbfache Radius der Baumhöhe – muss abgesperrt und frei von Personen sein. Planen Sie außerdem einen Rückweichweg ein, über den Sie sich nach dem letzten Schnitt schnell vom fallenden Stamm entfernen können. Arbeiten Sie niemals allein, sondern stellen Sie sicher, dass mindestens eine weitere Person in Rufweite ist.

5. Fällung durchführen und Reste entsorgen

Die eigentliche Fällung folgt einer bewährten Technik: Zunächst wird auf der Seite, in die der Baum fallen soll, eine Fallkerbe gesetzt. Anschließend wird von der gegenüberliegenden Seite der Fällschnitt angesetzt, wobei eine Bruchleiste stehen bleibt, die den Baum kontrolliert in die gewünschte Richtung lenkt.

Nach der Fällung müssen Stamm und Äste zerkleinert und fachgerecht entsorgt werden. Häckselgut eignet sich hervorragend als Mulchmaterial für Beete, während Stammholz als Brennholz genutzt werden kann. Wie die Verbraucherzentrale in ihren Ratgebern zu Gartenthemen erläutert, lohnt es sich auch, den Wurzelstock zu berücksichtigen – je nach Situation kann er im Boden verbleiben, ausgefräst oder ausgegraben werden.

Fazit

Eine Baumfällung ist kein alltägliches Vorhaben und erfordert sorgfältige Planung, die Einhaltung rechtlicher Vorgaben und konsequenten Respekt vor den Sicherheitsrisiken. Wer diese Schritte gewissenhaft befolgt, sorgt dafür, dass die Fällung reibungslos und ohne böse Überraschungen verläuft – und dass am Ende Platz für einen neuen Baum entsteht.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Unsplash / CCO Public Domain / Janet O`Reilly