Renovieren

Wann ist die Zeit für eine Fassadensanierung gekommen?

Fassadensanierung

Tipps & Tricks / Renovieren:  Die Fassade eines Hauses ist quasi die Visitenkarte einer Immobilie. Unabhängig davon, ob es sich um ein Einfamilienhaus oder ein ein Immobilienobjekt mit vielen Wohnungen handelt, die Fassade bietet dem Besucher einen ersten Eindruck. Bei der Erstellung des Gebäudes legt man in der Regel viel Wert auf das Äußere. Im Laufe der Jahre schleichen sich dann aber doch immer mehr die kleinen Schäden in das Gesamtbild ein. Dauerhaft wirken mehr oder weniger aggressive Einflüsse auf die Fassade ein. Der saure Regen ist sicherlich in vielen Gegenden ein Hauptfeind, aber es gibt natürlich noch weitere Einflüsse, mit denen die Fassade zu kämpfen hat. Insbesondere Frost, Korrosion, Verwitterung, Rußpartikel, Schimmelpilze, Vogelkot und Algen oder Moos setzen der Gebäudehülle zu. Manchmal kommen auch noch „menschliche“ Einflüsse durch das Ansprühen von Graffitis u.ä. hinzu. Gerade in den Großstädten ist diese Art der Fassadenbeschädigung stark verbreitet. Daher ist eine Fassadensanierung in Berlin oder Hamburg hinsichtlich der Graffitis häufiger notwendig als auf dem Lande, etwa in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern.

 

Neben den optischen Nachteilen, die das Gebäude erleiden muss, kommt auch noch eine mögliche Gefährdung der Funktionalität hauptsächlich der Wirksamkeit hinsichtlich der Wärmedämmung und des Feuchtigkeitsschutzes hinzu.

Hauptursache der Fassadenverunreinigung: Algenbefall

Von allen Einwirkungen auf die Fassade ist der Befall von Algen, Moosen und Pilzen mit etwa 90% die häufigste Ursache für Fassadenschäden. Um den Algenbefall in Grenzen zu halten und damit den Zeitraum einer Fassadenreinigung hinauszuschieben, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Bei der Installation eines neuen Wärmedämm-Verbund-Systems sollte man eine hinterlüftete Außenfassade bevorzugen, da sich die Algenbildung bei diesen Systemen deutlich verlangsamt. Auch die Verwendung von Klinkern statt einer einfachen Verputzung der Fassade ist angeraten. Die modernen Klinkersteine nehmen kaum Feuchtigkeit auf und entziehen den Algen damit ihre Lebensgrundlage. Wenn es denn doch ein Putz sein soll, so wird empfohlen, einen mineralischen, hydrophilen Putz einzusetzen, da dieser ebenfalls Nässe absorbiert und den Algen dadurch die Entwicklung erheblich erschwert. Letztlich ist auch der Anstrich der Fassade mit einer mineralischen Silikatfarbe geeignet, die Algen in ihrem Wachstum zu beeinträchtigen.

Fassadensanierung selbst durchführen oder einen Fachmann beauftragen?

Eine umfangreiche Fassadensanierung bedarf eines Sanierungskonzeptes und einer Durchführung der Arbeiten durch einen Fachbetrieb. Allerdings kann man zumindest in einem eingeschossigen Haus mittels Reinigungsmitteln und einem Hochdruckreiniger durchaus selbst Hand anlegen. Dabei sind allerdings die Sicherheitsvorschriften und die behördlichen Anordnungen hinsichtlich der Einleitung von Abwässern in die Kanalisation zu beachten. Das für die Fassadenreinigung benutzte Wasser darf auf keinen Fall ungereinigt in die Kanalisation ablaufen, es muss in jedem Fall entsorgt werden. Bei Nichterfüllung dieser Vorschriften drohen erhebliche Bußgelder, die sicherlich höher ausfallen, als die Kosten die entstanden wären, wenn man gleich einen Fachbetrieb beauftragt hätte.

Welches Reinigungsverfahren sollte man anwenden?

Man unterscheidet bei der Fassadensanierung zwischen mechanischen und chemischen Reinigungsverfahren. Chemische Reinigungsverfahren werden heute nur noch in Ausnahmefällen bei extremen und hartnäckigen Verschmutzungen eingesetzt. Hier kommen unter anderem chemische Reinigungsmittel, organische Lösemittel und Säuren zum Einsatz. Da die unterschiedlichen Fassadenmaterialien auch unterschiedlich anfällig gegen Säuren und Lösungsmittel sind, kann nur der Fachmann eine sorgfältige Auswahl der richtigen Reinigungsmittel für das jeweilige Material treffen.

Zu den mechanischen Reinigungsverfahren gehören hauptsächlich das Sandstrahlverfahren und die Hochdruckreinigung. Daneben werden heute auch das Partikelstrahlverfahren, Niederdruckverfahren und die Trockeneisreinigung eingesetzt. Welches Verfahren für den jeweiligen Zweck das am besten geeignete ist, kann im Zweifelsfall nur der Fachmann korrekt entscheiden.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixabay / CCO Public Domain