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Lehmhaus

Lehmhäuser werden bereits in der Bibel beschrieben. Seit Tausenden von Jahren ist das Lehmbau ein Bestandteil unserer Kunst des Hausbaus. Die dabei angewendeten Techniken und Bauweisen sind der Lehmstampfbau, der Leichtlehmbau, der Lehmsteinbau oder der Lehmputz.





 
Durch die Vielseitigkeit in der Anwendung und seinen besonderen Eigenschaften hat sich dieser ungiftige Baustoff einen festen Platz bei der Verwendung als Lehmhaus in unserer Baukultur gesichert.

In den sonnigen Gebieten unserer Erde ist der Lehmbau beim Hausbau auch heute noch häufig anzutreffen. Nach Schätzungen der Unesco leben derzeit noch ca. 60% aller Menschen weltweit in Lehmhäusern. Auch in Deutschland gibt es noch viele Lehmhäuser. Viele alte Bauten und auch neuere Häuser sind mit Lehm gebaut und funktionieren immer noch einwandfrei.


Was ist eigentlich Lehm? Woraus wird das Lehmhaus gebaut?

Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Schluff und Sand, das Beimengungen von Kies und anderen Gesteinen, sowie von organischem Material enthalten kann. Im Lehm wirkt der Ton als Bindemittel. Schluff, Sand und Kies dienen als Füllstoffe.

Spricht man von magerem oder fettem Lehm, bezieht sich diese Bezeichnung auf den Tongehalt in Relation zur gesamten Mischung. Für die Verwendung von Lehm beim Lehmbau gibt es keine Normen. Der Lehm weist je nach Fundort recht unterschiedliche Eigenschaften auf. Es ist also notwendig, seine Zusammensetzung zu kennen, bevor er der Nutzung zum Hausbau für die Erstellung des Lehmhauses zugeführt wird.

Ein für unsere Breiten entscheidender Nachteil des Baustoffes Lehm ist der, daß der Lehm nicht wasserfest ist. Dies schränkt die Verwendung für den Bau eines Lehmhauses natürlich ein.

Lehm muss deshalb insbesondere im feuchten Zustand vor Regen und vor Frost geschützt werden. Einen Schutz kann man durch konstruktive Baumassnahmen oder durch entsprechende Oberflächenbehandlung erreichen. Sinnvollerweise sollte daher Lehm beim Hausbau als Baustoff für ein Lehmhaus in Mitteleuropa nur im Innenbereich verwendet werden. Hier ergeben sich diverse Möglichkeiten für ein kreatives Design mit Lehm.

Die Vorteile des Lehmbaus überwiegen den Nachteil bei weitem.

Der Lehm reguliert die Luftfeuchtigkeit, da er relativ schnell Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann und diese bei Bedarf wieder abgibt. Dadurch reguliert er automatisch die Feuchtigkeit der Raumluft im Lehmhaus und trägt somit zu einem gesunden Raumklima bei. Die medizinischen Vorteile dieser Bauweise ergeben sich durch eine konstante relative Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55%, wodurch ein Austrocknen der Schleimhäute verhindert und damit Erkältungskrankheiten in einem Lehmhaus vorgebeugt wird.
 
Lehm gilt im Hausbau als ein schwerer Baustoff. Er trägt durch Wärmespeicherung  zur Verbesserung des Wohnklimas und bei passiver Sonnenenergienutzung zur Energiespeicherung innerhalb des Lehmhauses bei.
Bei der Herstellung von Lehmbaustoffen wird nur sehr wenig Primärenergie eingesetzt, da diese in aller Regel an der Luft trocknen. Bei der Verwendung von Lehm für den Hausbau kann man sehr viel Eigenleistungen erbringen.

Bauherren mit viel Zeit können unter fachkundiger Anleitung viele Arbeiten selbst ausführen. Dazu gehört es, Lehmsteine herzustellen, Mörtel und Putze herzustellen, Steine vermauern und wenn die Begabung es zulässt, sogar Verputzarbeiten auszuführen. Auf ein so gebautes Lehmhaus kann der Hausbauer besonders stolz sein.
   
Es gibt in allen Regionen Deutschlands Lehmbausteine in allen gängigen Formaten zu kaufen. Lehmmörtel und Lehmputze zum Hausbau sind in einer hervorragenden Qualität auf dem Markt erhältlich.

Es kann sich praktisch jeder mit allem, was für einen Lehmbau notwendig ist, versorgen, da der ökologische Hausbau derzeit und zu Recht eine Renaissance erlebt.

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