Beleuchtung

Die letzte Phase des Glühlampen-Verbots tritt am 1.9.2018 in Kraft

Glühlampen VerbotHaustechnik / Beleuchtung:  Seit das EU-Parlament am 17.02.2009 das Glühlampenverbot endgültig beschlossen hatte, wurde dieses in verschiedenen Stufen schrittweise durchgesetzt. Die letzte Stufe war eigentlich am 01.09.2016 fällig. Da aber bestimmte verbotene Glüh- und Halogenlampen nicht adäquat ersetzbar waren, wurde diese Frist bis zum 01.09.2018 verlängert. Ab diesem Datum dürfen keine Glühlampen mehr hergestellt, bzw. in den Handel gebracht werden, die nicht mindestens die Energie-Effizienzklasse B aufweisen.

Was bedeutet das für den Verbraucher?

Der Verbraucher spart in jedem Fall beim Auswechseln seiner Glühlampen erhebliche Energie ein. Der Energie-Verbrauch der alten Glühlampen liegt um etwa das zehnfache höher, als der von modernen Energiesparlampen (ESL) oder LEDs. Hinzu kommt, dass die Lebensdauer moderner LED-Lampen oder Energiesparlampen erheblich länger ist, als die von Glühbirnen. Eine normale Glühlampe hatte eine Lebensdauer von rund 1.000 Stunden, LED-Lampen bringen es da locker auf 25.000 Stunden. Statt wie gewöhnlich alle zwei bis drei Jahre, muss die LED-Lampe nur rund alle 25-30 Jahre ausgewechselt werden.

Allerdings, für den Privatgebrauch sind die alten Glühbirnen nicht verboten. Wer noch genügend alte Lampen vorrätig hat, kann sie getrost weiter verwenden. Aber Achtung! Wer Glühlampen aus Nicht-EU-Ländern z.B. aus dem Urlaub mitbringt, läuft Gefahr, dass diese beim Zoll konfisziert werden; ein Straftatbestand ist es jedoch nicht.

Was bringt uns das Glühlampen-Verbot?

Die EU-Kommission steht auf dem Standpunkt, dass der Verbraucher nicht langfristig genug denkt. Billige Glühlampen kosten auf Dauer gesehen erheblich mehr Energie, als Energiesparlampen, auch wenn deren Kauf erst einmal teurer ist. Das war nach Ansicht der EU-Kommission den Verbrauchern nicht zu vermitteln. Vor dem Verbot der Glühlampen gab es ja bereits die Energiesparlampen mit all ihren Vorteilen, nicht einmal 25 % der doch so energie- und umweltbewussten europäischen Verbraucher haben diese Chance wahrgenommen.

Nach Berechnungen der EU-Kommission wird durch das Glühlampenverbot, wenn es denn komplett umgesetzt worden ist, jährlich 5 Milliarden Euro an Stromkosten eingespart! Der Umweltschutzaspekt schlägt mit der CO2-Einsparung zu Buche. Danach kann eine LED-Lampe bis zu 70 kg CO2 einsparen.

Nachteile der Verordnung

Insgesamt trägt die Energie-Kostenbelastung durch die Beleuchtung nur bis zu knapp 1,5% der Energiekosten deutscher Haushalte bei. Sieht man es etwas globaler, so muss man auch feststellen, dass der Anteil der Beleuchtungsenergie am gesamten Energieverbrauch eher sehr gering ist. Hinzu kommt, dass die meisten Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren äußerst giftige Substanzen enthalten, die eigentlich speziell entsorgt werden müssten, was in der Regel nicht passiert. Die sich hieraus ergebenden Folgen für den Verbraucher sind noch gar nicht überschaubar.

Weitere Vorgaben neben der Energieeffizienz

Im Rahmen der Vorschriften für die Energieeffizienz wurden weitere technische Qualitätsanforderungen hinsichtlich der Betriebseigenschaften von Energiesparlampen verbindlich gemacht. So ist die voraussichtliche Lebensdauer, der Lichtstromrückgang, die Schlagfestigkeit und die Anlaufzeit geregelt und muss auf den Verpackungen angegeben werden. Darauf wird beim Verkauf  z.B. bei gluehbirne.de besonders geachtet.

Kritik an der Verordnung

Das Glühlampen Verbot hat auch seine Kritiker, die hauptsächlich im wissenschaftlichen Bereich angesiedelt sind und deren Argumente daher auch ernst genommen werden sollten. So hat die Universität Duisburg-Essen in einem bemerkenswerten Beitrag mit dem Titel „Das Glühlampenverbot, Sinn und Zweck der umgesetzten EU-Verordnung“ gründlich recherchierte und berechnete Argumente gegen das Glühlampenverbot veröffentlicht.

Das Fazit dieser Veröffentlichung (Zitat)

Die Glühlampe ist auf Grund einer (fragwürdigen) EU-Verordnung in den (unverdienten) Ruhestand geschickt worden. Die Energiesparlampe (ESL) darf trotz ihres Quecksilbergehaltes zum Einsatz kommen.
Es gibt ungeklärte physiologische Auswirkungen der ESL. Aus energetischer Sicht ist die ESL fragwürdig. Ökologisch ist die ESL bedenklich.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixabay / CCO Public Domain