Bauplanung

Puristische Architektursprache

Hausbau - Bauplanung: Puristische Architektursprache Weniger ist mehr
Hausbau / Massivhaus: 
Offenes, modernes Wohnen in klarer Formensprache ist nicht erst seit heute ein fester Bestandteil der Baukultur. Doch immer mehr Bauherren lassen sich vom Bauhaus-Stil inspirieren und interpretieren diesen bei der Planung ihrer eigenen vier Wände neu. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ steht die Reduktion auf das Wesentliche beim Hausbau im Vordergrund und ist Ausdruck der eigenen Lebensphilosophie. Puristische, einfache und präzise Formen werden bevorzugt, darüber hinaus neue, moderne Materialien und intelligente Technik.
Für ein solches Haus mit einem kubischen Baukörper und  Flachdach entschieden sich auch Eva und Klaus Herrmann. Ausgangsbasis für den Entwurf war der Wunsch der fünfköpfigen Baufamilie nach einer möglichst schnörkellosen Architektursprache und großzügiger Wohnfläche. Darüber hinaus sollte es ein Haus mit viel Glas und kommunikativem, offenem Grundriss sein, das in seiner Klarheit und Wohnqualität ein Häuser-Leben lang Gültigkeit behält.

Das über 1.000 Quadratmeter große Grundstück liegt inmitten eines Villenviertels und in der Nähe großzügiger Parkanlagen. Es ist geprägt durch einen alten Baumbestand. Als Eckgrundstück wird es eingegrenzt durch einen Fußweg und die Zufahrtstraße, über die die Erschließung erfolgt. Für die drei Kinder bedeutet die Sackgasse absolute Bewegungsfreiheit, die sich nicht nur auf den großen Garten beschränkt, sondern auch die Straße als Spielfeld einbezieht.


Die von Prof. Christoph Winkler des Büros SEHW Architekten, Hamburg, realisierte Lösung trägt der leichten Hanglage des Grundstücks Rechnung: Er legte das Haus in Form von unterschiedlichen Kuben an, die sich gegenseitig durchdringen. Außerdem wählte er ein Staffelgeschoss, da so die nicht überbaute Dachfläche des Erdgeschosses teilweise als Dachterrasse genutzt werden kann. Besonderes Augenmerk richtete der Architekt auf die Planung der Details, wie z. B. der verdeckten Fensteranschlüsse, und auf die Auswahl der Materialien. Das Haus konnte mit dem hochwärmedämmenden Porenbeton in monolithischer Bauweise realisiert werden. Dieser bietet als einer der wenigen Massivbaustoffe den Vorzug, dass für eine hohe Energieeffizienz keine Materialkombination notwendig ist, d.h. es kann ohne zusätzliche Dämmung gebaut werden. So wurden die Außenwände aus einem Guss erstellt: Harmonie von Form, Material und Nutzen.

Im Inneren überwiegt der Eindruck von Offenheit, Helligkeit und Weitläufigkeit, mit klarer Gliederung der Funktions- und persönlichen Rückzugsbereiche. Im Erdgeschoss befinden sich Küche und Wohnräume, die Schlaf-, Kinder- und Badezimmer sind im Obergeschoss untergebracht. Edle Ausbaumaterialien prägen das Ambiente: In den Wohnbereichen ist ein Räuchereiche-Stabparkett verlegt, in der Diele, der Küche und in den Bädern vermittelt eine hochwertige Kunststeinfliese Schiefer-Optik. Die Wand- und Deckenoberflächen sind weiß gestrichen. Als Kontrast dazu sind sämtliche Möbeleinbauten in dunklem Eichenfurnier ausgeführt.

Auf Wunsch der Bauherren wurde eine Einliegerwohnung geschaffen, die der Großvater nach seiner Pensionierung bewohnen kann.  Deren Eingang befindet sich auf der Nordseite. Dabei wird der Geländeversprung genutzt und die Erschließung findet über ein Split-Level statt, d.h. über die durch die Hanglage realisierten versetzten Ebenen. Wohnräume und Küche der Einliegerwohnung befinden sich im Erd- und im Untergeschoss. Sie erhält durch großzügige Fenster volle Belichtung.

Text & Fotoquelle: bv-porenbeton.de