Mikronetze als Garanten für eine stabile Stromversorgung

Mikronetze

Energie / Strom:  Klimaschutz kann nur mit dem Einsatz erneuerbarer Energien gelingen und ohne Klimaschutz heute kann es keine rosige Zukunft für die nächsten Generationen auf diesem Planeten geben. Die bisherige zentrale Energieversorgung kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Eine entscheidende Rolle bei der zukünftigen Energieversorgung spielen dabei die regenerativen Energien und damit die dezentrale Energieerzeugung.

 

Die dezentrale Energieerzeugung wird immer mehr in die Gesamtenergieversorgung eingebunden werden. Aufgrund der vorhandenen und immer günstiger und effektiver werdenden Speichertechnologien sind die dezentralen Energieerzeuger wesentlich effizienter, benötigen keine großen Stromtrassen und sind in der Lage lokale Ressourcen besser zu nutzen.

Rechtliche Voraussetzungen stehen der dezentralen Energieversorgung im Weg

In Deutschland darf bisher der mittels Photovoltaikanlagen und Biomasseanlagen erzeugte Strom nur selbst genutzt oder ins Netz eingespeist werden. Der Betreiber hat keine Möglichkeit, seinen überschüssigen Strom direkt in benachbarte Häuser oder an gewerbliche Betriebe zu liefern. Das in vielen Ländern bereits praktizierte System der Mikronetze ist in Deutschland bisher so nicht machbar.

Dabei gibt es gerade im Bereich der Photovoltaik aus technischer Sicht kostengünstige Lösungsmöglichkeiten, die eine Amortisation der Investitionen selbst ohne Einspeisevergütung des Staates innerhalb von 15 Jahren zulassen.

Was ist ein Mikronetz (Microgrid)?

Ein Mikronetz (englisch Microgrid) ist ein kleines Stromnetz innerhalb eines in sich geschlossenen, lokalen elektrischen Systems, das auch mit dem zentralen Stromnetz verbunden sein kann. Mikronetze können permanent dieselbe elektrische Leistung liefern, unabhängig davon, ob eine Verbindung mit einem zentralen Stromnetz besteht oder nicht.

Mikronetze sind immer dann besonders effektiv, wenn sie die lokalen erneuerbaren Energiequellen, wie Biomasse, Windenergie und Solarenergie, mit modernen, maßgeschneiderten Speichersystemen nutzen. Batteriegestützte Speichersysteme werden immer effektiver und erlauben es innerhalb der Mikronetze den Einsatz von Dieselgeneratoren zu vermindern und damit den Einsatz von fossilen Energieträgern zu minimieren und zukünftig vielleicht sogar gänzlich zu vermeiden.

Mikronetze sind zuverlässig, reduzieren den Kohlendioxidausstoß, können mit allen Energiequellen betrieben werden und reduzieren die Kosten der Energieverteilung erheblich. Wie ein Mikronetz schon seit geraumer Zeit erfolgreich arbeitet, kann man aus diesem Artikel über das BLR-Mikronetz entnehmen.

Wie funktioniert ein Mikronetz

Die Komponenten eines Mikronetzes bestehen immer aus Energiemanagementtechnik, Batterien, Stromumrichtern und Steuersystemen. Der Einsatz der verschiedenen Energiequellen, wie Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft oder Bioenergie und im Notfall auch Dieselgeneratoren muss koordiniert, integriert und stabilisiert werden. Die Speicherbatterien müssen permanent einsatzbereit sein, wenn die anderen Energiequellen nicht produzieren. Dieses Zusammenspiel zu organisieren, ist die Aufgabe der Energiemanagementtechnik, damit das Mikronetz rund um die Uhr und in jeder Jahreszeit stabil und zuverlässig mit Strom versorgt werden kann.

Mikronetze als Insellösungen

Insellösungen bekommen eine immer größere Bedeutung. Bei der Stromversorgung von Regionen, die aus Kostengründen nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden können und auch als nach Bedarf ein- und ausschaltbare Teile des öffentlichen Stromnetzes. Damit können Schwankungen bei der Stromproduktion ausgeglichen werden und das ohne Umweltbelastung und CO2-Emissionen.

In den Entwicklungs- und Schwellenländern bieten sich die Mikronetze als Insellösungen ideal an, da ansonsten aufgrund des steigenden Energiebedarfs erhöhte Umweltbelastungen eintreten werden. Allein mit der Solarenergie gespeiste lokale Mikronetze wären in der Lage auch Millionen von Menschen in den armen und ärmsten Ländern der Welt erstmals mit Elektrizität zu versorgen, ohne dass es zu Umweltbelastungen führen würde. Laut der Internationalen Energie-Agentur (IEA) leben derzeit mindestens 1,5 Milliarden Menschen ohne jeglichen Strom. Hier kann ökonomisch und ökologisch zufriedenstellend nur das System der Mikronetze erfolgreich Hilfe leisten.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: pxhere / CCO Public Domain