Energie / Solarenergie: Das neue Energieforschungsprogramm (EFP) stellt bei der Förderung der Niedertemperatur-Solarthermie die gemeinsamen Ziele des Bundesumwelt- und des Bundeswirtschaftsministeriums heraus. Solarthermische Anlagen sollen übergreifend, aber ressortspezifisch gefördert werden. Das Forschungsprogramm verfolgt weiter das zentrale Ziel der deutlichen Kostenreduzierung. Dazu bedarf es neuer Materialien, verbesserter Komponenten und kostengünstigerer Systeme sowie einer optimierten Auslegung des Gesamtsystems zur Betriebsoptimierung.
Sonnenkollektoren fangen Sonnenstrahlen ein und wandeln sie in Wärme um. Diese Wärme kann dann zur Erwärmung von Brauchwasser, Unterstützung der Heizung, für solare Prozesswärme oder für die Nahwärme genutzt werden - auf direktem Weg oder mit Zwischenspeicher.
2050 soll der Anteil der Niedertemperatur-Solarthermie 50% der Wärmeversorgung in Deutschland ausmachen; derzeit liegt der Anteil bei 0,4%. Dabei hält Deutschland mit rund einem Drittel den größten Anteil der solarthermischen Kollektoranlagen in Europa. „Solarthermie kann - auch in Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien - langfristig einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen, versorgungssicheren und umweltgerechten Wärme- und Kälteerzeugung leisten. Das Potenzial ist hoch.“ betont Barbara Schäfer vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Um das Potenzial auszuschöpfen, muss Niedertemperatur-Solarthermie verstärkt in größeren Anlagen, z. B. bei Mehrfamilienhäusern, aber auch im gewerblichen Bereich eingesetzt werden.
Gemeinsame Ziele und Schwerpunkte Ziel der Forschungsförderung des BMU ist es, die Kosten weiter zu senken und die Effizienz der Kollektoren, der Speicher und des Gesamtsystems signifikant zu verbessern. Die Schwerpunkte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) liegen in der ressortspezifischen Forschungsförderung im Bereich des Energieoptimierten Bauens (EnOB) und der Energieeffizienten Stadt (EnEff:Stadt) und dabei besonders in der Integration der Solarenergie in energieoptimierte Gebäude und Quartiere. Die Ziele und Schwerpunkte beider Bundesministerien greifen ineinander und nutzen Synergien zwischen der Technologieentwicklung und der Einbindung in energieeffiziente Bauprojekte.
Wenn Niedertemperatur-Solarthermie und energieeffiziente Gebäudetechniken in einem integralen Gebäudekonzept aufeinander abstimmt werden, können Niedrig- bzw. Null- und auch Plus-Energie-Häuser bzw. Solaraktivhäuser technisch und wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden.
Das 6. Energieforschungsprogramm steht mit dem Kapitel "Niedertemperatur-Solarthermie" zum Download bereit.
Quelle: BINE Informationsdienst
Foto: Thomas Siepmann / pixelio.de
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